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Kaum Vertrauen in die Banker dieser Welt

Freitag, den 5. Juni 2009

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Längst hat sich die Finanzkrise in eine Vertrauenskrise gewandelt. Bankmitarbeiter werde weltweit schlecht angesehen, so das Ergebnis des GfK-Vertrauensindex vom Frühjahr 2009. Nur 37 Prozent der mehr als  17.000 befragten Personen in 16 europäischen Ländern und den USA haben noch Vertrauen in die Bankiers. Letztes Jahr vertraute ihnen noch knapp die Hälfte (45 Prozent) der Befragten. Ein schlechteres Image haben lediglich Werber, Topmanager und - wie sollte es auch anders ein - Politiker sind noch weniger angesehen.

Ähnliches ergibt die Beliebtheit von Bankern in Deutschland. Während im letzten Jahr fast drei Viertel der Deutschen ihnen Glauben schenkte, sind es heute noch 63 Prozent. Überraschend ist trotzdem, dass das Vertrauen im westeuropäischen Vergleich trotzdem deutlich über dem Durchschnitt von 40 Prozent (!) liegt.

Banken haben aus Finanzkrise nichts gelernt

Dienstag, den 14. April 2009

Ein kleiner Lichtblick: Banken erleben an den Börsen gerade ihre erste Hausse nach vielen Monaten Angst und Schrecken. Dennoch scheinen sie nichts aus der Finanzkrise gelernt zu haben, ist in der Welt zu lesen. Die elf Millionen Kunden der frisch fusionierten Dresdner Bank und Commerzbank haben gerade Post bekommen. Die Bank kündigte an, in Zukunft sogar kundenorientierte Beratung anzubieten, die auch die “Lebensumstände ihrer Kunden” berücksichtige. So führe beispielsweise die Geburt eines Kindes zu “finanziellen Veränderungen”. Aha.Nicht nur, dass dies eine Bankrotterklärung gegenüber der bisherigen Beratung ist -  den meisten Kunden wäre es sicher lieber gewesen, dass sie über die Finanzprodukte und deren Risiken besser aufgeklärt worden wären, als Familienprodukte angedreht zu bekommen. Aber das alles sind sowieso nur schöne Worte, denn Recherchen der Zeitung belegen, was mittlerweile sowieso schon jeder weiß und nicht zuletzt zur Gründung von mystocks geführt hat: Bankberater verdienen an den Provisionen, nicht an den Wertzuwächsen ihrer Kunden. Dementsprechend ist kurzfristiges Denken in der Beratung profitabler als nachhaltiges Investieren. Für die Banker. Nicht verwunderlich, dass Bankberater klagen, der Druck hätte sich durch die Verluste ihrer Arbeitgeber noch erhöht. Unverdrossen verkaufen sie Zertifikate, Dachfonds oder kompliziert konstruierte Eigenprodukte, bei denen ein Gewinner schon vorher feststeht: Der Anbieter selbst.

“Sie sind zu 100 Prozent nach unten abgesichert und, wenn es an der Börse wieder brummt, voll mit von der Partie”, preist der Mitarbeiter einer Sparkasse ein Garantievehikel der hauseigenen Fondsgesellschaft Deka an. Volle Chance, ohne Risiko? Auch nach mehrmaligem Nachfragen bleibt der Sparkassenmitarbeiter bei seiner Verkaufsbotschaft. Dass der Kunde nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz von möglichen Kurssteigerungen profitiert - davon sagt der Berater nichts.”

Hier hilft nur eines: Die Verantwortung für die eigenen Investments auch selbst in die Hand zu nehmen. Das muss nicht unbedingt heißen, keinesfalls über die Bank zu investieren. Aber jeder Anleger sollte sich im Klaren darüber sein, was die Interessen seines Beraters sind und schonungslose Aufklärung über die Chancen, Risiken und vor allem: den Eigennutz der Bank, sprich die Höhe der Provisionen und Bearbeitungsgebühren, zu verlangen. So kommt die Welt auch zu dem Rat:

Einig sind sich alle Experten in einem Punkt: die Sparer müssen sich stärker um ihre Geldangelegenheiten kümmern, selbst Nachfragedruck erzeugen. Das fängt schon bei der Wahl des Beraters an.

Und hört da nicht auf, kann man hier ergänzen. Nur ein Beispiel: Wenn eine jährliche Service-Gebühr von 1,5 Prozent der Investition auf den ersten Blick auch wenig wirkt, so kann dies bei niedrigverzinsten Produkten schon erheblich den Gewinn schmälern. Dies ist umso schmerzlicher, wenn sie dann auch noch Verluste bringt. Wer wissen will, wie andere investieren und sich inspirieren lassen möchte, dem sei an dieser Stelle ein Blick auf die Investoren empfohlen, die Mystocks nutzen, um sich über Anlagestrategien auszutauschen. Bei Mystocks herrscht nicht nur eine einzigartige Transparenz. Hier kann man auch erfolgreiche Anleger ansprechen und nach ihren Erfolgsrezepten fragen. Einfach mal versuchen!

Kunden wollen online beraten werden

Donnerstag, den 4. Dezember 2008

Marktforscher von psychonomics beobachteten im aktuellen “Kundenmonitor Banken 2008″ mit dem Fokus auf “Banking im Web 2.0″, dass bei Bankkunden die Angebote zur Geldanlage im Netz groß geschrieben werden. Zwar gibt die Mehrheit der Konsumenten an, gerne in den Bankfilialen persönlich beraten zu werden. Die Finanzberatung online gewinnt aber mehr und mehr an Bedeutung: jeder zweite Bankkunde (knapp 50 Prozent) nutzt das Internet bei der Suche nach geeigneten Geldanlagen. 27 Prozent der Befragten sehen die Beratung im Web 2.0 gar als gute Alternative zur Beratung vor Ort.

Insgesamt befragte psychonomics 1.500 private Bankkunden im Alter von 18 bis 69 Jahren zu aktuellen Finanzthemen und ihrem Finanzverhalten. Wenig überraschend, dass gerade die jüngere, einkommensstarke Kundschaft in Geldangelegenheiten besonders Web 2.0-affin ist. Für Banken ergibt sich ein großes Potenzial: jeder dritte Kunde gibt an, dass er die Online-Beratung seiner Bank nutzen würde - wenn sie denn vorhanden wäre. Nur 13 Prozent wissen aber von Finanzdienstleistern, die das bereits jetzt online beraten.

Knapp zwei Drittel der befragten Kunden (60 Prozent) fordern insbesondere konkrete Produktempfehlungen. Gut 40 Prozent möchten die Anlagetipps dann auch direkt online umsetzen können. Experte für Finanzmarktforschung, Stefan Heinisch,  von psychonomics sagt voraus:

Die Banken sollten sich auf die zukünftigen Kommunikationswege zum Kunden frühzeitig einstellen. Wir gehen davon aus, dass die wesentlichen Innovationen in der Kunden-Bank-Beziehung in nächster Zeit auf dem Feld der elektronischen Kommunikation stattfinden werden.

Psychonomics hat eine nette Typisierung der Bankenkunden vorgenommen. Wo würden Sie sich einordnen?

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Banker sind verzweifelt - Finanzkrise lässt Social Networks boomen

Dienstag, den 7. Oktober 2008

Fallende Firmenbewertungen und kein Ende in Sicht. Das ist aber nicht der einzige aktuelle Trend der Finanzszene. Er scheint den neuen Boom der Social Networks unter Bankern zu bewirken. So uninteressant die Web 2.0-Szene für Kapitalmarkt auch war - urplötzlich ist es “hipp“, sich online mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Pure Verzweiflung? Einsamkeit? Angst um den Job oder die abrupte Entdeckung der Nächstenliebe? Fakt ist, dass sich die Anzahl neuer Nutzer aus der Finanzbranche innerhalb der vergangenen sieben Wochen um 100 Prozent gewachsen ist, zumindest beim Social Networking-Dienst LinkedIn. Dort gibt es rund 500 Gruppen, die sich rund um das Thema “Bank” austauschen.

Bereits Börsenaltmeister André Kostolany wusste, dass Aktienmärkte „zu 90 Prozent aus Psychologie bestehen“. Dass Psychologie ein entscheidender Faktor am Kapitalmarkt ist, macht sich nicht nur bei den Anlegern bemerkbar, sondern - in Krisenzeiten wie diesen - gerade bei den sonst so kühlen Finanziers. In dieser ungewissen Phase suchen die panischen Finanzjongleure neue Kontakte - auch virtuell. Sicherlich spielt da die Hoffnung eine Rolle, über das Netzwerk notfalls einen neuen Finanzjob zu ergattern, der krisensicher(er) ist.

Angesichts der Bankencrashs weltweit ist klar, dass Millionen Menschen in der Bankenszene ihre Anstellung verlieren werden (müssen) bzw. bereits verloren haben. Laut Wirtschaftswoche entließen die Finanzinstitute bereits im letzten Jahr 140000 Leute. Wer noch vor eineinhalb Jahren eifrig dabei war, die steile Karriereleiter zu erklimmen, der steht heute häufig mit Leeren Händen vor einem Trümmerhaufen und bangt um seine Zukunft.

Eine Befragung von 28.000 LinkedIn Mitgliedern untermauert die Zukunftsängste, die sich aus der aktuellen wirtschaftlichen Lage ergeben. 42 Prozent der Studienteilnehmer fürchten angesichts der Kapitalmarktkrise um ihren Job. Unter den Führungspersonen sind es sogar mehr als 44 Prozent.

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Die aktuelle Finanzkrise ruft enorme Zukunftsängste hervor. (…) Die Studie macht aber auch deutlich, dass Online-Networking gerade in Krisenzeiten immer wichtiger wird.

Dies bestätigt Kevin Eyres, European Managing Director von LinkedIn. Ob die Finanzmanager tatsächlich über soziale Netzwerke ihre Karriere vorantreiben können, ist ungewiss. Sicherlich sind virtuelle Welten erst einmal eine gute Möglichkeit, um die Fühler auszustrecken. Immerhin sucht sogar der britische Geheimdienst MI6 neue Angestellte über Facebook.

Um von den Kontakten online zu profitieren, empfiehlt der LinkedIn-Manager eine langfristig ausgerichtete die Netzwerkpflege:

Um in Krisenzeiten über ein gut funktionierendes und belastbares Netzwerk zu verfügen, sollten Sie Ihr Netzwerk rechtzeitig aufbauen.

Gleichzeitig glaubt er aber auch, dass die zahlreichen Experten in den Social Netoworks kurzfristig spezielle Informationen für andere Nutzer bieten können - z.B. für die Recherche vor Bewerbungsgesprächen oder anderen geschäftlichen Treffen.

Aus Sicht des Headhunters Jan Bohlken ist es durchaus sinnvoll, in den Businessnetzwerken präsent zu sein. Allerdings betont er, wie wichtig persönliche Begegnungen und langfristige Beziehungen sind:

Richtig tragfähige Netzwerke entstehen nur, wenn man das durch Aktivitäten im echten Leben begleitet. (…) Niemand verschafft Menschen einen Job, die er nur über drei, vier Ecken  und dann auch nur aus dem Internet kennt.

Unabhängig davon bieten die meisten Sozialen Netzwerke, darunter auch Xing, bieten Online-Jobbörsen an. Doch Bankenjobs gibt es da wohl kaum!