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Das Dilemma der Lebensversicherer

Freitag, den 23. Oktober 2009

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Die Zeiten der Lebensversicherer stehen schlecht und die Probleme häufen sich: Finanzkrise, niedrige Zinsen, eine hohe Stornoquote und eingebrochenes Neukundengeschäft. Dazu kommt, dass die Versicherer deutlich weniger Geld zur Seite gelegt haben und weniger in Aktien investiert haben. Die Leidtragenden sind die Kunden, die sich auf eine deutlich niedrigere Verzinsung einstellen müssen. Als Beispiel: Jemand, der 2009 sein Geld aus einer Lebensversicherung erhält, die er vor zwölf Jahren abgeschlossen hat, kann mit einer Rendite von 4,05 Prozent auf das Ersparte rechnen. Das wären nur 0,05 Prozentpunkte über dem vereinbarten Garantiezins von 4 Prozent, der ohnehin gezahlt werden muss. Die Zukunft sieht auch nicht wirklich besser aus, wie Manfred Poweleit vom Branchendienst map-Report erklärt:

In den kommenden Jahren wird sich die Zahl der Versicherer, die gerade einmal die Garantieverzinsung zahlen können, deutlich erhöhen.

Für Kunden, die ihren Vertrag 2007 oder später abgeschlossen haben bedeutet dies eine magere Ausbeute von 2,25 Prozent Zinsen. Das böse Erwachen allerdings steht noch bevor, wie Poweleit prophezeit:

Die nächsten Jahre werden schlimmer als 2008.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Aktienwerte der großen Versicherer - etwa Allianz und Axa auf die schlechten Zeiten Branche ragieren. Steigt das historisch niedrige Zinsniveau nicht bald wieder, stehen die Konzerne wohl vor großen Herausforderungen, was auch die Aktien spüren werden.

Abgeltungsteuer: Aktionäre verlieren, nur die Reichen gewinnen

Dienstag, den 15. Juli 2008

Es ist vorbei mit der Steuerfreiheit für Aktien, die für mindestens zwölft Monate gehalten werden. Ab Januar 2009 verdient der Vater Staat kräftig mit an Kursgewinnen: Aktien werden wie andere Geldanlagen besteuert, und zwar mit 25 Prozent. Die Spekulationssteuer, die im ersten Jahr auf Aktiengewinne fällig wurde, orientierte sich am Steuersatz. Ab sofort gilt der Pauschaltarif. Wer höhere Steuersätze zahlt, profitiert.

Gleiches gilt für Dividenden, bei denen bisher nur die Hälfte des Gewinns besteuert werden musste. Auch können Aktionäre Fahrtkosten zur Hauptversammlung, Verkaufsspesen und Depotgebühren nicht mehr steuerlich geltend machen (Quelle: Der Spiegel).

Wenn Anleger noch in diesem Jahr Aktien kaufen, können sie die alte Regelung noch ausnutzen: Kursgewinne aller Aktien und Fonds, in die sie bereits investiert sind, bleiben steuerfrei - nach der Spekulationsfrist und unabhängig, wie lange die Aktien gehalten werden. Nur der neue Steuersatz von 25 Prozent auf die Dividenden dieser Aktien bleibt dann im nächsten Jahr nicht aus. Die Besteuerung ist ein klarer Nachteil für Privatanleger, die bisher die Kursgewinne komplett einbehalten konnten.

Für wen die steuerliche Bevorzugung bleibt, sind die Großen und Reichen: Banken, Versicherungen und vermögende Privatkunden müssen nicht zahlen. Ihre Berater haben sich auf die Umgehung dieses Gesetzes spezialisiert. Ganz einfach, zum Beispiel über Versicherungsmäntel nach Liechtensteiner Recht, kann man die Abgeltungsteuer umgehen - legal. Vermögensverwalter Frank Schneider bestätigt gegenüber dem Spiegel:

Die kleinen Sparer werden viel stärker als die großen durch die Abgeltungsteuer belastet.

Privatanlegern werden zur Umgehung der Abgeltungsteuer fondsgebundene Lebensversicherungen angeboten. Der Haken ist, dass diese Versicherungsverträge sich steuerlich nur lohnen, wenn man über einen langen Zeitraum spart, wie das Handelsblatt berichtet.

Offenbar zu Unrecht empfehlen Banken ihren Kunden derzeit, in Dach- und Mischfonds zu investieren. Experten wie Christian Kreuser von der Quirin Bank warnen aber aufgrund der hohen Fondsgebühren vor deren Rentabilität. Die nämlich fressen machen die Steuerersparnis wieder zunichte.

Deshalb bleibt die Direktanlage attraktiv, so Michael Huber vom VZ Vermögenszentrum in der FAZ:

Auch wenn Aktien ihren Steuervorteil einbüßen, sind sie in Zukunft die rentierlichste Anlageklasse - sogar nach Steuern.

Insider-Wissen: Schlaue Manager kaufen eigene Aktien

Dienstag, den 8. Juli 2008

35,9 Prozente Rendite hat der Escada-Aufsichtsratschef mit dem Kauf der Escada-Aktie erzielt. Ob das mit rechten Dingen zuging? Ganz klar hat sich Claus Mingers Firmenwissen zu Nutze gemacht, über das Aussenstehende nicht verfügen.

Gerade jetzt, wo Aktien “billig” sind, kaufen Vorstände und Aufsichtsräte fleißig Aktien ihrer Unternehmen ein. Die FTD misst mit ihrem Insiderindex das Vertrauen der Führungskräfte: der lag zuletzt bei 97,8 von 100 Punkten. Manager sind also ähnlich optimistisch gestimmt, wie Banken (s. Blogeintrag Alles nur Schwarzmalerei?).

Hendrik Leber, Chef der Anlageberatung für Investmentfonds Acatis, ist überzeugt, dass Insiderdaten die kurzfristige Kursentwicklung indizieren: “Die Spitzen in der Kurve der Insiderkäufe passen gut auf die Tiefpunkte am Aktienmarkt.” Leber glaubt aber, dass die Insider in diesem Jahr bisher zu optimistisch waren - trotzdem sei es möglich, dass die Käufe sich langfristig lohnen.

Auch Kleinanleger können von den Transaktionen der Firmenbosse lernen! Die Manager jedenfalls, die die FTD auflistet, lagen in der Vergangenheit alle richtig:

Allerdings lohnt der Mut zum antizyklischen Verhalten nicht immer - das Risiko bleibt auch der Managementebene nicht verwehrt: