Archiv der Kategorie ‘Stimmung‘

Autoindustrie in der Bredouille: Staat soll helfen

Montag, den 10. November 2008

Dass es lediglich ein Rettungspaket für die Banken gibt, obwohl zahlreiche andere Geschäftsbereiche genauso hart von der Finanzkrise betroffen sind, hat auch Erich Sixt auf dem AktienCamp kritisiert. Der Autobranche geht es weltweit schlecht - deshalb ruft sie jetzt nach staatlicher Unterstützung. Der Rüsselsheimer Autoproduzent Opel bat offenbar offiziell bei Kanzlerin Merkel um ein 40-Milliarden-Euro-Programm, für das sie sich bei der Europäischen Investitionsbank einsetzen solle. Außerdem, so berichtet die FAZ, ist eine Verschrottungsprämie für alte Autos sowie zinsgünstige Kredite für Käufer von Neuwagen angedacht.

Der Opel-Brief, der der FAZ nach eigenen Angaben vorliegt, sei unterzeichnet von Carl-Peter Forster, der sowohl Europa-Präsident von General Motors als auch Aufsichtsratschef von Opel ist, vom Opel-Geschäftsführer Hans Demant und dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz. Die drei Manager sollen sich am Montag getroffen haben, um massive Einsparungen bei der angeschlagenen GM-Tochter Opel  zu besprechen. Laut Bundespresseamt werde das Schreiben aktuell geprüft. Das bereits von der Bundesregierung geplante Konjunkturpaket enthalte zudem Maßnahmenm um der Automobil-Konjunktur unter die Arme zu greifen.

Allein in Deutschland hängt jeder sechste Arbeitsplatz von der Automobilbranche ab – düstere Aussichten für den Jobmarkt also. Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen Willi Diez sagte gegenüber dem Tagesspiegel, dass er einen Rückgang von etwa sechs Prozent auf 52,2 Millionen Einheiten prognostiziert:

Die Industrie steht 2009 vor einem Schicksalsjahr. (…) Zum ersten Mal seit fünf Jahren müssen wir mit einem weltweiten Absatzrückgang rechnen.
2007 wurden mehr als die Hälfte aller in Deutschland hergestellten Autos ins Ausland verkauft. Das heisst automatisch, dass die deutschen Ausfuhrkönige besonders betroffen sein werden von der Autokrise.

Bereits im Oktober ergab sich ein Rückgang der Exporte um zehn Prozent.  Deutsche Produzenten sind vom US-Markt abhängig und gerade der ist besonders von der Krise gezeichnet.  Die US-Standorte von Daimler und BMW vermeldeten einen starken Rückgang des Absatzes.  Auch Toyota vermeldet keine guten Zahlen: die Gewinnerwartungen mussten angesichts der schlechten US-Geschäfte extrem reduziert werden. Der Tagesspiegel zitiert den japanischen Konzern mit „Der US-Markt ist tot.

Vor kurzem hat die amerikanische Regierung für die Autoindustrie ein Kreditprogramm in Höhe von 25 Milliarden Dollar gestartet. Doch die Finanzspritze soll vernünftigerweise nur zur Entwicklung sparsamerer Motoren eingesetzt werden.

So gibt es heute ein vernichtendes Urteil der Deutschen Bank zur Aktie von General Motors. Sie senkt das Kursziel auf null (!!!) USD:

Der Deutsche-Bank-Analyst Rod Lache begründet sein Kursziel in einer Studie damit, dass auch im Falle weiterer staatlicher Unterstützungen für die Aktionäre nichts mehr übrig bliebe. Am Dienstag beraten Manager der Autobauer General Motors, Ford und Chrysler mit Gewerkschaftlern und Politikern über ein Hilfsprogramm. 

Auf Stockflock werden die Automobilwerte heiß diskutiert. So hat zum Beispiel Investor gunome eine Analyse zu BMW veröffentlicht und auch Investor Hausinger hat eine Analyse zum bayrischen Autokonzern geschrieben. Und, was die Daimler Aktie angeht, so scheiden sich die Geister: während Stockflock-Nutzer janabelle noch vor wenigen Tagen zum Kauf riet, spricht Investor kentsfield von halten. Profianlayst Adam Jonas von Morgan Stanley hat vor einer Woche richtigerweise empfohlen, die Aktie zu verkaufen. So auch Investorin aktienexpertin: sie war bereits Ende Oktober der Meinung, dass man von Autobauer-Aktien wie Daimler erst einmal die Finger lassen sollte.

Finanzkrise - wie geht es weiter?

Dienstag, den 14. Oktober 2008

Nichts ist mehr, wie es einmal war an den Finanzmärkten dieser Welt. Das am Wochenende ins Leben gerufene Rettungspaket der Bundesregierung konnte gestern erst einmal für eine Erholung der Kurse sorgen. Dennoch betont Kanzlerin Merkel heute, dass dies kein Anlass zur Entwarnung oder für zu viel Optimismus sei:

Die Überwachung der Finanzmärkte müsse, so Frau Merkel weiter, international koordiniert werden. Damit einher gehe, dass Banken mit mehr Eigenkapital ausgestattet sind, sein müssen.

Eine Abschwächung der Konjunktur ist nicht aufhaltbar, die Wachstumsprognosen werden weltweit nach unten korrigiert. In neuesten Wachstumsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute rechnet man gar mit einem Anstieg des BIP von nur 0,2 Prozent - gegenüber den zuvor erwarteten 1,4 Prozent in diesem Jahr.

Auch das Barometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt den Pessimismus von Investoren und Analysten. Die Konjunkturerwartungen fallen im Oktober von minus 41,1 auf minus 63,0 Punkte. ZEW-Präsident Wolfgang Franz erläutert die Umfragewerte:

Die Sorge der Finanzmarktexperten, dass die Krise an den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft übergreift, hat sich verständlicherweise verstärkt. Das gerade beschlossene Rettungspaket der Bundesregierung dürfte jedoch helfen, die Situation zu stabilisieren.

Was Anleger in diesen Tagen aber wirklich quält ist, worauf Sie hoffen können und was sie zu befürchten haben. Mit diesen Fragen wird sich auch das AktienCamp befassen, dass an diesem Samstag in München stattfindet. Hier erörtern Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammen mit Privatinvestoren den Chancen und Risiken der Finanzkrise.

Ben Steverman, Reporter für den Business Week Investing Channel, erörtert die Zukunftsaussichten NACH der Krise und sucht nach einer Strategie für Anleger. Denn auch, wenn Kredite knapp sind und die Wirtschaft in eine Rezession verfällt, gibt es Gewinner - diejenigen, die sich richtig verhalten:

Für die Zeiten nach der Finanzkrise identifiziert Stevermann fünf mögliche Trends:

1. Survival of the fittest
Das Darwinsche Gesetz greift auch im Finanzsektor. Konkurrenten, die nicht unbedingt größer, aber sicherer sind, übernehmen zahlungsunfähige Kreditinstitute und Brokerhäuser. Erst gestern erlaubte die US-Notenbank, dass die Großbank Welles Fargo den Konkurrenten Wachovia schluckt. Und die aus Japan stammende Mitsubishi UFJ beteiligte sich mit 21 Prozent an der amerikanischen Bank Morgan Stanley. Die Liste der Bankenübernahmen und -pleiten wird immer länger…

Der Trend könnte auf andere Wirtschaftsbereiche und Industrien übergehen - vor allem, wenn die Konjunktur sich weiterhin stark verschlechtert. Beteiligungen oder Übernahmen von angschlagenen Unternehmen durch solidere Marktteilnehmer werden dann in allen Bereichen an der Tagesordnung sein.

2. Finanzierungsmöglichkeiten von Wachstumsunternehmen sinken.
Für weiteres Wachstum und um Arbeitsplätze zu schaffen, brauchen Unternehmen Kredite - wegen der Kreditknappheit steht weniger Kapital zur Verfügung. Geselleschaften können infolgedessen weder neue Aktien ausgeben noch Anleihen anbieten. Da Banken kaum noch Kredite vergeben, gibt es auch kein Geld von dort.

Wenn das so weiter geht, sieht es schlecht aus für Wachstumsunternehmen. Chefvolkswirt der Morningstar-Tochter Ibbotson Associates Michele Gambera sagte gegenüber der Business Week:

Wer wird der nächste Google, wenn für den Aufbau eines neuen Google-Campus kein Geld da ist?

 3. Es lebe das Bargeld.
Nur Unternehmen, die einen guten Cashflow vorweisen, können aufgrund der knappen Kredite  ihr Überleben sicher stellen. Gary Wolfer von Univest Wealth Management glaubt, dass Firmen aus dem Konsumgüter- und Gesundheitssektor mit Produkten des täglichen Gebrauchs hohe Summen an liquiden Mitteln erwirtschaften müssen. So vermeldet Johnson & Johnson heute eine Gewinnsteigerung im 3. Quartal.

4. Die Zeiten des Konsums in Amerika sind vorbei.
Einzelhändlern stehen schwierige Zeiten bevor, gerade im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft. Aber auch langfristig wird das Handesldefizit zunehmen. Drei weitere Bereiche, unter denen die amerikanische Wirtschaft leidet sind die Verschuldung des Staates, hohe Kredite und - damit verbunden - die hohe Verschuldung von privaten Haushalten. Steverman schreibt:

Kaum einer glaubt, dass das Vertrauen der Amerikaner in ihre Kreditkarten und in günstige Eigenheimhypotheken noch von Dauer sein wird. Zahlreiche Berichterstatter beobachten somit auch einen fundamentalen Wandel in der amerikanischen Wirtschaft und eine Abkehr vom Glauben an die Verschuldung und den überbeanspruchten amerikanischen Verbraucher.

5. Es wird keinen Infrastruktur-Boom weltweit geben.
Im Exportgeschäft sehen viele der Volkswirte Chancen für die USA. Der Bauboom weltweit treibt die Nachfrage – insbesondere aufstrebender Länder - nach amerikanischen Produkten. Da die Konjunktur rückläufig ist, gehen Viele davon aus, dass die Nachfrage nach Investitionsgütern, Verbrauchsgütern und Energie sinken wird. Obwohl die Rezession gerade an Indien und China vielleicht unbemerkt vorüber geht, werden sie langsamer Wachsen. Chad Deakins, Portfoliomanager beim RidgeWorth International Equity Fund, erklärt:

In nächster Zeit wird jedes Land mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert sein, die es daran hindern, Pläne zum Aufbau ihrer Infrastruktur zu machen. (…) Bereits in fünf Jahren werden Deakins Erwartungen zufolge aufstrebende Länder jedoch wieder zu bauen beginnen. „Auf der ganzen Welt gibt es viele Menschen, die einen höheren Lebensstandard wollen und bereit sind, dafür zu arbeiten. - Das nennt man Kapitalismus.

Die Finanzkrise als Chance?

Donnerstag, den 9. Oktober 2008

Mark Twain hat einmal treffend gesagt:

“Der  Oktober ist einer der besonders gefährlichen Monate, um mit Wertpapieren zu spekulieren. - Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Februar.”

Angsichts der aktuellen Situation trifft es das wohl ganz gut.

Titelbild des „New Yorker”

Deutsche Wirtschaft wächst langsamer

Mittwoch, den 17. September 2008

Um nur noch 1,7 Prozent soll die Wirtschaft laut Prognose der Bundesregierung wachsen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI aus Essen senkte ebenfalls seine Prognose auf 1,7 Prozent gegenüber 2,2 Prozent im Vorjahr. Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) sagt 1,9 Prozent Wachstum voraus, verglichen mit 2,2 Prozent noch im August 2007.
Trotzdem sieht der Direktor des HWWI Thomas Straubhaar für den deutschen Kapitalmarkt keinen Grund zur Sorge:

Wenn der Dax um vier Prozent abstürzt, heißt das noch lange nicht, dass die deutsche Konjunktur in gleichem Maße betroffen sein wird.

Bereits im nächsten Jahr solle die Konjunktur in Deutschland, so Straubhaar, wieder an Dynamik gewinnen. Weil das Jahr 2008 recht schwach ist, soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2009 allerdings durschnittlich nur um 1,0 Prozent steigen. Bereits Ende nächsten Jahres rechnet der Direktor mit einem Wachstum von 2,0 Prozent - ähnlich der diesjährigen BIP-Prognose des HWWI von 1,9 Prozent.

ZEW-Index steigt - Großteil der Daten aber vor neuer Welle der Finanzkrise erhoben

Optimistischer liegen die Konjunkturerwartungen des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für den Monat September. Zwar steht das ZEW-Stimmungsbarometer mit 41,1 Punkten im Minus (Vormonat: Plus 14,4 Punkte). Das ZEW glaubt aber, dass der fallende Ölpreis und der etwas schwächer werdende Euro gegenüber dem Dollarkurs eine Aufhellung der Konjunktur andeuten.
Dennoch basieren die Umfragewerte größten Teils nicht auf der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers - der größten Bankenpleite in der Geschichte, die an diesem “Schwarzen Montag” weltweit für Krisenstimmung auf den Börsenparketten sorgte. Daher die Kritik des LBBW-Analysten Thomas Gitzel:

rde der Index heute oder morgen erhoben werden, sähe er deutlich anders aus.

Heute, nach der Rettung des Versicherungskonzerns AIG durch den amerikanischen Staat haben sich die Börsen zumindest geringfügig vom Finanz-Schock erholt, der Dax hat sich beruhigt.
Die Bundesregierung sieht keine Anzeichen für eine Rezession. Peer Steinbrück bestätigte letzte Woche die Prognose von 1,7 Prozent Wachstum für 2008. Obwohl die deutsche Wirtschaft insgesamt etwas schwächer ist, besteht aus Sicht des Finanzministers kein Anlass für Horrorszenarien. Im Gegenteil, so betonte Steinbrück im Bundestag, sei die deutsche Wirtschaft “wesentlich wettbewerbsfähiger und robuster als noch vor fünf Jahren” und sagte weiter: „Eine Wirtschaft mit positiver Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist nicht in einer Rezession.

Warten bis Oktober - Börsianer haben Angst vorm September

Mittwoch, den 3. September 2008

Der neunte des Jahres ist für Börsianer und Anleger ein Horrormonat. Denn der September hat sich in der Vergangenheit an den Börsen weltweit als schlechter Monat erwiesen. Gerade, weil die Nachwehen der Finanzkrise noch nicht vorüber sind, wäre ein weiterer Rückschlag an den Aktienmärkten desaströs. Statistisch gesehen haben sich die Kurse in den letzten 50 Jahren 32 Mal zu dieser Zeit negativ entwickelt.

Bekanntlich werden im September Dividenden ausgeschüttet (oder eben nicht) und ein Großteil der Halbjahresberichte veröffentlicht. Viel Positives haben die meisten Unternehmen da nicht zu vermelden. Bei Fondsgesellschaften endet das Geschäftsjahr im September, die wollen natürlich gute Ergebnisse liefern. Sie versuchen daher, alle schlechten Werte vorher aus ihren Depots zu schmeißen.

Folgt man der Statistikregel, die zwar in diesem Börsenjahr ohnehin zu Nichte gemacht wurde, so sollten Anleger schleunigst verkaufen. Vielleicht bleibt ja der Ölpreis tief, dann besteht kein Grund zur Sorge. Oder doch?

Wenigstens bietet der Oktober einen besseren Kapitalmarktausblick: dann geht das Rennen nämlich wieder los und lässt das Stimmungsbarometer steigen.

Zeit für Optimisten

Montag, den 21. Juli 2008

Der Investor und Philanthrop, Sir John Templeton, hat einmal gesagt: “Die Zeit des größten Pessimismus ist die beste Zeit des Kaufens, die Zeit des größten Optimismus ist die beste Zeit zu verkaufen.” Haben wir den Höhepunkt des Pessimismus in Deutschland bereits erreicht? Einer aktuellen Einschätzung des Finanzministeriums zufolge, ist das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. Im heute veröffentlichten Monatsbericht warnt das Ministerium jedoch vor zu starkem Pessimisumus:

“Die Konjunkturdaten zeigen zwar eine Abschwächung, nicht aber einen Abbruch der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung an.” Der Auftragsbestand in der Industrie liege noch immer über dem langjährigen Durchschnitt.

Die Abschwächung der Wirtschaft ist also nicht als das Ende der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung zu verstehen. Trotzdem ist die konjunkturelle Lage sicherlich nicht ungünstig, um langfristig rentable Investitionen zu tätigen.

Alles nur Schwarzmalerei? Deutsche Geldinstitute sind positiv gestimmt

Dienstag, den 1. Juli 2008

Im kürzlich veröffentlichten Bankenbarometer befragte ein Meinungsforschungsinstitut im Auftrag von Ernst & Young rund 120 Geldinstitute in Deutschland. Das Ergebnis ist überraschend: trotz der Finanzkrise, unter der einige deutsche Banken leiden, ist die Stimmung unter den Bankern insgesamt gut.
Ein Großteil der Befragten ist der Meinung, dass die Kapitalmarktkrise keine großartigen Auswirkungen auf ihr Institut hat. Einzige Ausnahme: bei der Kreditvergabe ist offenbar mehr Vorsicht angesagt. 95 Prozent der Banken sagen, dass ihr Geschäft gut gelaufen ist. 20 Prozent halten die Entwicklung ihres Geschäfts sogar für sehr positiv. Head of Assurance Banking von Ernst & Young, Dirk Müller-Tronnier, kommentiert die Ergebnisse so:

Die operative Kraft der Banken scheint zumindest aktuell von der Finanzkrise wenig beeinflusst. Dennoch wird die Finanzmarktkrise zumindest bei denjenigen Banken, die in betroffene Finanzmarktinstrumente investiert haben, durch die entstandene Eigenkapitalbelastung auch Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit haben.

Ebenfalls ergab die Studie, dass 91 Prozent der Banken auch zukünftig mit einer positiven Entwicklung des operativen Geschäfts rechnen. Darüber hinaus sollte die gute Stimmung auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben: 88 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter unverändert bleibt. 34 Prozent rechnen sogar mit zusätzlichen Arbeitsplätzen, 12 Prozent wollen weniger Beschäftigte.

Deutlich wird jedoch, dass der Bankensektor aus der Finanzkrise seine Lehren gezogen hat. So legen Banken beim Vergeben von Krediten sehr viel mehr Vorsicht an den Tag. Lediglich sechs Prozent erwarten zukünftig eine großzügigere Kreditvergabe.

Fondsmanager sind pessimistisch - Rezession möglich

Donnerstag, den 19. Juni 2008

Eine für Merrill Lynch durchgeführte Umfrage (via FAZ) ergab, dass Fondsmanager die Marktentwicklung skeptisch sehen. Demnach glauben die Befragten, dass die Aktien zu 27 Prozent überbewertet sind. Gemäß Umfragestatistik ist das die pessimistischste Einstellung gegenüber Aktien seit zehn Jahren.

Diese Einschätzung korreliert auch mit dem OECD-Frühindikator und anderen Wachstumsprognosen wie z.B. die der ZEW (siehe auch Blogeintrag Ist nun Schluss mit dem Boom?). Etwa zwei Drittel der befragten institutionellen Anleger erwarten, dass das weltweite Wirtschaftswachstum innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückgehen wird. Mehr als 80 Prozent der Fondsmanager halten daher auch die Gewinnschätzungen von Unternehmen für zu hoch.

Ein Drittel der Befragten erwartet auch in Europa eine höhere Inflationsrate. Um den inflationären Preisanstieg zu stoppen, sei es daher vorstellbar, dass die Notenbanken, darunter auch die EZB, ihre Leitzinsen bald um zwei Schritte erhöhen könnten. Fazit: die Gewinnerwartungen europäischer Firmen sind unter dem Durchschnitt, und die Qualität der Gewinne nimmt ebenfalls ab.

Ebenso halten 70 Prozent der Fonds-Manager den Euro für übergewichtet. Da Europa stark vom Export abhängig ist, sei dies besonders riskant. Darüber hinaus halten sie Öltitel in Europa stark über- und Finanztitel stark unterbewertet.

Die Übersicht zeigt, dass Titel in der Versorgungsbranche offenbar überschätzt werden, wohingegen Pharma- und Banktitel ein Schnäppchen seien. Gerade Investitionen in der Finanzbranche allerdings, so die Untersuchung, seien risikobehaftet.

Börsenexperte Felix W. Zulauf hält eine Rezession allerdings nicht unbedingt für schlecht:

“Grundsätzlich hat eine Rezession auch ihr Gutes. Sie eliminiert die Exzesse des Aufschwungs. Zudem handelt es sich bei einer Rezession ja um eine relativ kurze Zeit. Eine Rezession ist also etwas Natürliches.”

Vielleicht gibt das ja Trost. Ausserdem bezieht sich das “Up und Down” an der Börse ja nicht auf einzelne Werte. Die Perlen gilt es nach wie vor zu finden. Z. B. herrscht laut Herrn Zulauf ein Boom bei Rohstoffen und Energiewerten. Dieser hinge, so der Profi, mit dem Aufstieg Chinas und anderer Emerging Markets zusammen, die den Konjunkturzyklus wesentlich mitbestimmen.

Insgesamt jedoch geht es ruhig zu auf den Börsenparketten: ein klares Zeichen dafür, dass institutionelle wie auch private Anleger verunsichert sind und erst einmal die Marktentwicklung abwarten. Folglich bleiben aber auch die Kurse relativ stabil, was dem Markt eine gewisse Dynamik nimmt. Das Desinteresse der Investoren am ersten deutschen IPO-Kandidaten des Jahres, GK Software AG, zeigt, dass das Marktumfeld schwach ist.

Jedem Abschwung, soviel steht fest, folgt auch wieder eine Phase des Aufschwungs.

Keine Panik bei fallenden Kursen

Dienstag, den 13. Mai 2008

In der letzten Ausgabe der „INFORMATIONEN FÜR KAPITALANLEGER“ rät das Deutsche Aktieninstitut (DAI) bei Aktienanlagen zu einer langfristigen Ausrichtung des Depots sowie einer breiten Streuung des Gesamtvermögens. Gemäß den Worten des Nationalökonomen John Kenneth Galbraith sollten Anleger Geduld bewahren - ganz besonders, wenn der Aktienmarkt, wie zur Zeit, geprägt ist von Unsicherheiten. „Die Börse ist wie ein Paternoster. Es ist ungefährlich, durch den Keller zur fahren. Man muss nur die Nerven behalten.“

Denn, so Autor Dr. Norbert Kuhn vom DAI, in der Vergangenheit setzte nach einem Tief an den Kapitalmärkten regelmäßig ein Aufwärtstrend ein. Trotz der aktuell nach wie vor schwierigen Lage an den Börsen sei eindeutig von Panikverkäufen abzuraten. Vielmehr sollten sich Anleger darauf konzentrieren, ein breit gestreutes Aktienportfolio anzulegen, das sich an langfristigen Investments orientiert. Mit der richtigen Anlagestrategie und starken Nerven ergebe sich ein rentables Investment.

Was bedeutet diese Erkenntnis für unsere Finanz-Community Stockflock.de? Um eine gute Werteentwicklung im Aktiendepot zu erzielen, muss eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie her. Das heißt, Anleger brauchen zuverlässige Kauf- und Verkaufempfehlungen und eine Plattform, um sich mit Anlageprofis auszutauschen. Seit August 2007 sorgt der aus der Finanzkrise resultierende Kursverfall an den Kapitalmärkten weltweit für Unsicherheiten bei den Anlegern - umso wichtiger und umso größer wird damit der Beratungsbedarf.

Um all dem Un- und Halbwissen entgegenzuwirken und Transparenz im bisher undurchsichtigen Finanzmarkt zu schaffen, hat Erich Sixt Stockflock ins Leben gerufen. Bei Stockflock.de kann jeder mitmachen. Die neue Community-Seite bündelt das Know-how von professionellen und privaten Anlegern - Stichwort: Schwarmintelligenz. Strategien, Tipps und Portfolios werden verglichen und tagesaktuell nach Wertentwicklung und Vorhersagepräzision gerankt. Gleichzeitig können alle User selbst Bewertungen und Kommentare abgeben.

Das Resultat? Sich bewusst über aktuelle Themen austauschen und andere an seinem Wissen teilhaben lassen. Daraus eine selbstsichere Anlagestrategie entwickeln, die auch in Krisenzeiten eine höhere Rendite sichert und Fehlinvestitionen weitestegehend vermeidet.