Autoindustrie in der Bredouille: Staat soll helfen
Montag, den 10. November 2008Dass es lediglich ein Rettungspaket für die Banken gibt, obwohl zahlreiche andere Geschäftsbereiche genauso hart von der Finanzkrise betroffen sind, hat auch Erich Sixt auf dem AktienCamp kritisiert. Der Autobranche geht es weltweit schlecht - deshalb ruft sie jetzt nach staatlicher Unterstützung. Der Rüsselsheimer Autoproduzent Opel bat offenbar offiziell bei Kanzlerin Merkel um ein 40-Milliarden-Euro-Programm, für das sie sich bei der Europäischen Investitionsbank einsetzen solle. Außerdem, so berichtet die FAZ, ist eine Verschrottungsprämie für alte Autos sowie zinsgünstige Kredite für Käufer von Neuwagen angedacht.
Der Opel-Brief, der der FAZ nach eigenen Angaben vorliegt, sei unterzeichnet von Carl-Peter Forster, der sowohl Europa-Präsident von General Motors als auch Aufsichtsratschef von Opel ist, vom Opel-Geschäftsführer Hans Demant und dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz. Die drei Manager sollen sich am Montag getroffen haben, um massive Einsparungen bei der angeschlagenen GM-Tochter Opel zu besprechen. Laut Bundespresseamt werde das Schreiben aktuell geprüft. Das bereits von der Bundesregierung geplante Konjunkturpaket enthalte zudem Maßnahmenm um der Automobil-Konjunktur unter die Arme zu greifen.
Allein in Deutschland hängt jeder sechste Arbeitsplatz von der Automobilbranche ab – düstere Aussichten für den Jobmarkt also. Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen Willi Diez sagte gegenüber dem Tagesspiegel, dass er einen Rückgang von etwa sechs Prozent auf 52,2 Millionen Einheiten prognostiziert:
Bereits im Oktober ergab sich ein Rückgang der Exporte um zehn Prozent. Deutsche Produzenten sind vom US-Markt abhängig und gerade der ist besonders von der Krise gezeichnet. Die US-Standorte von Daimler und BMW vermeldeten einen starken Rückgang des Absatzes. Auch Toyota vermeldet keine guten Zahlen: die Gewinnerwartungen mussten angesichts der schlechten US-Geschäfte extrem reduziert werden. Der Tagesspiegel zitiert den japanischen Konzern mit „Der US-Markt ist tot.“
Vor kurzem hat die amerikanische Regierung für die Autoindustrie ein Kreditprogramm in Höhe von 25 Milliarden Dollar gestartet. Doch die Finanzspritze soll vernünftigerweise nur zur Entwicklung sparsamerer Motoren eingesetzt werden.
So gibt es heute ein vernichtendes Urteil der Deutschen Bank zur Aktie von General Motors. Sie senkt das Kursziel auf null (!!!) USD:
Auf Stockflock werden die Automobilwerte heiß diskutiert. So hat zum Beispiel Investor gunome eine Analyse zu BMW veröffentlicht und auch Investor Hausinger hat eine Analyse zum bayrischen Autokonzern geschrieben. Und, was die Daimler Aktie angeht, so scheiden sich die Geister: während Stockflock-Nutzer janabelle noch vor wenigen Tagen zum Kauf riet, spricht Investor kentsfield von halten. Profianlayst Adam Jonas von Morgan Stanley hat vor einer Woche richtigerweise empfohlen, die Aktie zu verkaufen. So auch Investorin aktienexpertin: sie war bereits Ende Oktober der Meinung, dass man von Autobauer-Aktien wie Daimler erst einmal die Finger lassen sollte.





