Wackelpartie unter den größten deutschen Konzernen: Jeder Elfte leidet unter der Krise
Freitag, den 3. April 2009Wie stehen die Dax-Konzerne, die indikativ für die deutsche Gesamtwirtschaft sind, in Zeiten des ökonomischen Abschwungs da? Waren sie vorbereitet auf die Krise und haben sie ausreichend liquide Mittel, um auf die schrumpfende Wirtschaft reagieren zu können?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die aktuelle Accenture-Studie, die exklusiv für die WELT durchgeführtund heute in der Printausgabe veröffentlicht wurde. Das Ergebnis: Gerade mal jeder 20. börsennotierte Konzern in Deutschland könnte ohne Schaden aus der Krise hervorgehen. Bei neun Prozent der Unternehmen besteht sogar die Gefahr, dass sie ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt verlieren - sie erfüllen keinerlei Vorraussetzungen, um die aktuell schlechte Lage als Chance zu ergreifen.
Wie groß die Chance eines Unternehmens ist, untersuchten die Accenture-Berater anhand des Innenfinazierungs- und Nettoverschuldungsgrades der 178 größten Firmen auf dem Börsenparkett. Hat sich die EBITDA-Marge von 2007 auf 2008 verbessert und die Nettoverschuldung reduziert, sollten ausreichend finanzielle Mittel für weiteres Wachstum vorhanden sein.
Nur fünf Prozent der Konzerne verfügen zu Beginn der Krise über eine hervorragende betriebswirtschaftliche Lage, d.h. eine hohe Innenfinanzierungskraft und eine niedrige Verschuldung. Ums pure Überleben, so die Studie, dürften dagegen neun Prozent kämpfen. Um aus eigener Kraft zu wachsen z.B. durch Firmenüberahmen, qualifiziertes Personal, Produktinnovationen etc., fehlt ihnen das Geld.
Schlecht steht vor allem die Automobil-Branche da, deren Nettoverschuldung sich seit Dezember 2007 im Durchschnitt mehr als verdoppelt hat. Dafür konnten Automobil-Unternehmen ihre Innenfinanzierungskraft fast halbieren. Trotzdem liegen sie insgesamt unter der durchschnittlichen Veränderung.
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Im Umkehrschluss zeigen die Ergebnisse der Studie aber, dass die zuvor altbewährte Strategie, in solide Industrie- und DAX-Werte zu investieren, nicht aufgehen kann. Vielmehr sollten sich anleger genauer nach der Entwicklung der EBITDA-Marge und der Nettoverschuldung orienteren ist. Wichtig für nachhaltige Investments ist nämlich jetzt: Welches Unternehmen hat genug Rücklagen, um sich gegen die Rezession zu stemmen?








