Archiv der Kategorie ‘Stimmung‘

Nur wer spart hat eine Chance

Dienstag, den 3. November 2009

Die Krise in der Automobilbranche hält weiter an. Enttäuschende Quartalszahlen legte auch das Dax 30 Unternehmen Volkswagen am letzten Donnerstag vor: Der Autobauer hat im dritten Quartal einen stärkeren Gewinnrückgang im operativen Geschäft verbucht als erwartet. So ist der Gewinn des Konzerns um über 82 Prozent nur noch auf 655 Millionen Euro eingebrochen. Erstaunlicherweise blieb die Aktie aber von den Zahlen verschont. Sie ist weiterhin gefragt und konnte um mehr als 2 Prozent zunehmen. Grund dafür ist der positive Ausblick für das Gesamtjahr. Europas größter Autobauer geht davon aus, um Vergleich zum Gesamtmarkt besser abzuschneiden und in der Krise Marktanteile zu gewinnen. Das ist aber nur möglich, wenn der Autobauer in Zukunft seinen Sparkurs erhöht.

Wie man erfolgreich spart, hat Daimler unter Beweis gestellt: Mit einem milliardenschwären Sparprogramm konnte Daimler im dritten Quartal einen kleinen Nachsteuergewinn von 56 Millionen Euro erwirtschaften. Zum Gewinn trugen vor allem der Abbau von Lagerbeständen bei, die durch Überproduktion entstanden sind, sowie Kurzarbeit, die die Personalkosten entlasten konnte. Im nächsten soll weiter gespart werden - nochmals 4 Milliarden Euro. Vorstandschef Dieter Zetsche zieht positive Bilanz:

Wir haben in den vergangenen Monaten die Krise zunehmend gemeistert.

Die Zukunft wird für die Autobauer weiterhin belastend sein. Analysten schätzen 2010 aufgund der weltweit schwierigen Automärkte als “herausfordernd” ein. Nachhaltiges Wachstum wird wohl noch auf sich warten lassen.

Netbooks erobern den Computermarkt

Dienstag, den 25. August 2009

Der Verkauf von Laptops und Desktops sinkt in ganz Europa. Der Absatz der kleinen, internetfähigen Netbooks steigt dafür stetig an. Das wiederum drückt die Gewinne der Computerhersteller, denn die preiswerten Computer haben Margen von oft weniger als einem Prozent des Kauferlöses. Unruhige Zeiten für die Computerbranche sind die Folge.

Computerabsatz in WesteuropaAufgrund der Wirtschaftskrise sind zudem die Budgets vieler Unternehmen deutlich geringer. Neuanschaffungen sind eher selten. Ein weiterer Grund für die zurückgegangenen Gewinne besteht darin, dass viele Unternehmen auf die Einführung des neuen Betriebssystems Windows 7 von Microsoft warten. Nach einer Studie des Analystenhauses Gartner sind die Verkäufe an Unternehmen insgesamt um etwa 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Positiv zu bewerten ist dagegen der Einzelhandel: Hier stiegen die Verkäufe um etwa 20 Prozent. Hinter dem Anstieg stehen die Netbooks. Inzwischen machen sie bereits 20 Prozent des gesamten europäischen Computermarktes aus.

Deutlich zulegen konnte der taiwanische Computerhersteller Acer. Während die Konkurrenz mit Absatzeinbrüchen kämpfte, verbuchte Acer einen Absatzanstieg von 24,3 Prozent. Das brachte das Unternehmen an die Spitze der europäischen Computerbranche. Gefolgt wird das Unternehmen von Hewlett-Packard und Dell.

Trotz Absatzrückgängen bleibt die Zukunft des Computermarktes spannend: Neben den klassischen Laptops und Desktops werden die großen Computerhersteller sogenannte „All-in-one-Geräte“ anbieten – Bildschirme mit integriertem Computer, die über ein Touchscreen bedient werden. Eine Investition in den Computermarkt könnte sich daher doch noch lohnen…

Aktien-Boom ade?

Donnerstag, den 6. August 2009

Bundesbürger legen weniger Geld in Direktanlagen an. Dies zumindest bestätigt die aktuelle Befragung des Deutschen Aktieninstituts (DAI), an der sich 26.000 Anleger hierzulande beteilgten (PDF). Die Folgen des Finanzdebakels sind demnach ganz klar sichtbar: im ersten Halbjahr 2009 ist die Zahl der Aktienbesitzer im nur um 20.000 auf insgesamt 8,812 Millionen Anleger gestiegen. Das sind 13,6 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Während zu boomenden New Economy Zeiten 12 Millionen Deutsche ihr Geld in Aktien anlegten, ging es bereits ab 2002 bergab mit der Zahl der Aktien- und Fondsbesitzer. Das zweite Halbjahres 2008 dann brachte den völligen Absturz - nicht nur des Systems: laut DAI waren es nur noch 8,792 Millionen Anleger.

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Dass die Zahl der Aktionäre seid Krisenbeginn wieder leicht anstieg, ist allerdings nicht auf mehr Direktanlagen zurückzuführen. Vielmehr investierten (wieder) mehr Aktionäre in Fonds. Im Vergleich zählte das Institut nämlich mit 3,4 Millionen rund 190.000 weniger Direkt-Aktionäre. Fondsbesitzter gab es im ersten Halbjahr 2009 6,8 Millionen und damit 232.000 mehr als bei der letzten Auszählung. Insgesamt sind es 42.000 Neu-Anleger, wobei sich die beiden Gruppen natürlich auch überschneiden. Daher schätzt das DAI die reale Zahl der Börsen-Neulinge auf 20.000.

Schön ist, dass sich offenbar wieder mehr junge Leute für Aktien begeistern lassen. DAI-Vorstand Rüdiger von Rosen scheint beflügelt, gerade von der höheren Anzahl der unter 40-Jährigen - immerhin waren es in dieser Altersgruppe 117.000 mehr Aktienbesitzer:

Dass jüngere Anleger vermehrt Aktien und Aktienfondsanteile kaufen, verdeutlicht die Bereitschaft zu einer frühzeitigen Altersvorsorge.

Börsenpsychologe bei Cognitrend, Joachim Goldberg, sieht anhand der Zahlen keine Veränderung im Anlageverhalten:

Die Zuwächse bei den Aktionärszahlen sind fundamental nicht zu begründen. Angesichts der gigantischen Kursverwerfungen des vergangenen Jahres hätte ich eher einen weiteren Vertrauensschwund bei den privaten Investoren erwartet.

Sieht man sich die Studie “Depression Babies” von der UC Berkley (PDF) an, so widersprechen die Ergebnisse der DAI-Untersuchung. Demnach entscheiden die ersten Börsenerfahrungen über die spätere Risikofreude der Anleger: viele junge Sparer zahlten zu Rezessionszeiten von 2000 bis 2003 viel “Lehrgeld” und gehen daher sehr vorsichtig mit Aktienkäufen um. Daher überrascht der Anstieg der Aktionärszahlen im ersten Halbjahr: gerade jetzt einzusteigen, ist mutig. Seit seinem Tiefstand im März von 3588 Punkten, legte der Dax 50 Prozent zu. Dennoch glaubt Goldberg, die wachsenden Aktionärszahlen sollten nicht überbewertet werden.

Harry Dent, Autor des gerade auf dem deutschen Markt erschienenen Buches “Depression Voraus! So kommen Sie sicher durch die Börsenflaute” kann auch keinerlei Optimismus für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung teilen. Er glaubt, dass die Depression in Amerika bis 2012 anhalten wird:

Die bisherige Krise war nur ein Appetitanreger. Machen Sie sich bereit für die nächste große Depression.

Die Meinungen gehen also klar auseinander und man rufe sich auch in Erinnerung, dass Börsenpropheten überoptimistisch und träge sind, wie im vorangegangen Artikel beschrieben. Verlass ist also auf Prognosen generell nicht. Und von der steigenden Aktionärszahlen auf ein Ende der Depression zu schließen, wäre schlichtweg naiv. Dennoch gibt die gute Perfomance des DAX 30, der sich zur Zeit auf seinem Jahreshoch befindet, Hoffnung!

Das Auf und Ab der Automobilbranche

Montag, den 27. Juli 2009

Täglich kursieren neue Meldungen und Gerüchte: Absatzflaute, Fusionen, Abwrackprämie - VW übernimmt Porsche , Ford ist zurück und so weiter und so fort.

Gerade der Machtkampf zwischen Porsche und VW. Dieser scheint nun beendet: Nach der Entscheidung am Donnerstag wird VW Porsche übernehmen. Die Übernahme des hoch verschuldeten Sportwagenbauers könnte VW an die Weltspitze bringen. Geplant ist eine schrittweise Beteiligung von Volkswagen an Porsche und die anschließende Verschmelzung der beiden Unternehmen.

Laut Christian Wulff, dem Ministerpräsident von Niedersachsen, soll der Großkonzern bis Mitte 2011 geschaffen sein. Eine wichtige Rolle übernimmt dabei das Emirat Katar.

Porsche hat sich mit dem Kauf von fast 51 Prozent der VW-Anteile einen Schuldenberg von etwa 10 Milliarden Euro angehäuft. Durch eine Kapitalerhöhung von mindestens 5 Milliarden Euro und den Einstieg von Katar sollen die finanziellen Lasten von Porsche abgebaut werden. In einem ersten Schritt soll Katar bei VW mit 17 Prozent einsteigen, nach der Verschmelzung soll der VW-Anteil auf 19 Prozent erhöht werden. Mehrheitseigner des künftigen Großkonzerns werden mit mehr als 50 Prozent der Aktien die Familien Porsche und Piech sein. Danach folgt Niedersachsen mit 20 Prozent und das Emirat Katar mit 17 Prozent.

Volkswagen will 2018 den Weltmarktführer Toyota überholen. Wie sich die VW-Aktie im Dax 30 entwickeln wird, ist dafür noch völlig unklar. Mit rund 255 Euro halten viele Analysten sie als überbewertet. Auch das Rätsel um die Optionen auf VW-Stammaktien verwirrt Aktionäre zunehmend. Heute macht die VW-Aktie Negativschlagzeilen: Demnach verkaufen Anleger ihre Anteile.

Insgesamt herrscht große Unsicherheit. Viele Analysten raten zum Verkauf von VW-Stämmen. Auch Frank Schwope von der NordLB kritisiert:

Die Stammaktien werden durch Spekulationen und undurchsichtige Optionsgeschäfte künstlich hoch gehalten.

Die VW-Optionen sind besonders schwer einzuschätzen: Porsche sichert sich damit einen Anspruch auf weitere 20 Prozent. Werden diese ausgeübt, könnte der Aktienkurs drastisch sinken. Gestern fiel der Kurs der VW-Stammaktien um 5 Prozent - damit waren sie größter Verlierer im Dax. Solange die Optionsgeschäfte offen sind, kann niemand sagen, wie die Zukunft der Stammaktien aussehen wird.

Grund zum Jubeln hat dagegen Ford. Der amerikanische Automobilbauer überraschte mit schwarzen Zahlen. Die Sanierung des Unternehmens scheint Fortschritte zu machen und das Unternehmen konnte einen Milliardengewinn einfahren.

Nach einem Nettoverlust von 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitrum konnte Ford ein Überschuss von 2,3 Milliarden Dollar im zweiten Quartal verzeichnen. Das krisengebeutelte Unternehmen bleibt operativ noch immer in den roten Zahlen und kämpft mit Umsatzrückgängen. Dennoch blickt der Autohersteller optimistisch in die Zukunft. Konzernchef Alan Mulally ist positiv gestimmt:

Trotz des weiterhin extrem schwierigen Marktes haben wir bei unserem Umbau signifikante Fortschritte gemacht.

Die positive Entwicklung beflügelt auch die Ford-Aktie - der amerikanische Grokonzern könnte damit den Ausweg aus der Krise schaffen.

Change: Was bringt die Krise für die Zukunft?

Mittwoch, den 10. Juni 2009

Unternehmer, Bankberater, Privatinvestoren, Politiker. Sie alle sehen schwarz und sprechen theatralisch vom wirtschaftlichen Ruin durch die Krise. Dabei ist das plötzliche Schrumpfen der Wirtschaft alles andere als eine Rarität. Eine aktuelle Studie des Zukunftsinstituts behauptet:

Die Krise ist weder sensationell noch historisch außergewöhnlich.

Die Trendforscher sind anhand ihrer Ergebnisse überzeugt davon, dass Wirtschaftsblasen genauso alt sind, wie das Geldsystem. Vielleicht wirkt also das Tief, das die Finanzkrise ausgelöst hat, als reinigendes Gewitter und löst dann einen richtigen wirtschaftlichen Aufschwung aus. Vielleicht.

In der Matrix des Wandels haben die Forscher die Welt nach der Krise versucht, in acht wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Feldern zu skizzieren. Dabei haben sie unter anderem untersucht, wie die Bevölkerung zukünftig arbeiten wird, wie sich ihr Konsumverhalten verändert, an welchen Werte sie sich orientieren werden und was Unternehmen für den Verkauf ihrer Produkte beachten sollten.

Völlig entgegen der allgemein eher pessimistischen Stimmung fanden die Wissenschaftler überraschend heraus:

Es sieht in der Wirtschaftsordnung der Zukunft gut aus für Arbeitnehmer und Unternehmer.

So werden Waren wieder vermehrt in heimischen Ländern abseits von Fernost hergestellt werden, was sich dann dem Arbeitsmarkt zu Gute kommt. Allerdings werden zukünftig mehr weibliche Eigenschaften für die Weiterentwicklung der Wirtschaft benötigt, so dass Männer in Führungspositionen irgendwann weniger gefragt sein werden, so die Forscher. Positiv wird sich auch der Bereich Umweltschutz entwickeln. Mehr Details zur Studie gibt es auf Spiegel online. Auf seiner Website empfiehlt das Zukfuntsinstitut darüber hinaus: Die Krise als Chance nutzen.

Kaum Vertrauen in die Banker dieser Welt

Freitag, den 5. Juni 2009

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Längst hat sich die Finanzkrise in eine Vertrauenskrise gewandelt. Bankmitarbeiter werde weltweit schlecht angesehen, so das Ergebnis des GfK-Vertrauensindex vom Frühjahr 2009. Nur 37 Prozent der mehr als  17.000 befragten Personen in 16 europäischen Ländern und den USA haben noch Vertrauen in die Bankiers. Letztes Jahr vertraute ihnen noch knapp die Hälfte (45 Prozent) der Befragten. Ein schlechteres Image haben lediglich Werber, Topmanager und - wie sollte es auch anders ein - Politiker sind noch weniger angesehen.

Ähnliches ergibt die Beliebtheit von Bankern in Deutschland. Während im letzten Jahr fast drei Viertel der Deutschen ihnen Glauben schenkte, sind es heute noch 63 Prozent. Überraschend ist trotzdem, dass das Vertrauen im westeuropäischen Vergleich trotzdem deutlich über dem Durchschnitt von 40 Prozent (!) liegt.

Arcandor – Der Staat hilft nicht, was nun?

Donnerstag, den 4. Juni 2009

Dem Handels- und Touristikkonzern Arcandor steht das Wasser bis zum Halse. Nach tagelangem Tauziehen erscheint die Arcandor-Rettung fast aussichtslos. Nach Einschätzung der EU-Kommission kann das Unternehmen nicht auf die beantragte Staatshilfe hoffen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) betonte vor einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses in Berlin, dass die EU-Kommission eine „sehr klare Ansage“ gemacht habe: Hoffnung auf Hilfen aus dem Deutschlandfonds gibt es nicht. Den der Kaufhauskonzern steckte schon zum 1. Juli 2008 in Schwierigkeiten und kann damit ein entscheidendes Kriterium für die Staatsspritze nicht erfüllen.

Arcandor beschäftigt knapp 50.000 Angestellte in mehr als 110 Waren- und Sporthäusern sowie im Versandhandel - entsprechend enorm ist der Druck, der auf dem Konzern lastet: bis zum 12. Juni braucht er 650 Millionen Euro, sonst gibt es kein Entkommen mehr aus der Insolvenz. Wie also könnte man ohne Staatshilfe trotzdem die bedrohten Arbeitsplätze retten? Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg rät dem Konzernchef Karl-Gerhard Eick, bei der EU eine Rettungsbeihilfe zu beantragen. Das Problem: diese zieht strenge Restrukturierungsmaßnahmen nach sich - Arcandor müsste dann 30 bis 50 Prozent seines Geschäftes und damit Arbeitsplätze aufgeben. Ein eher ernüchternder Ausweg. Eine Alternative bietet laut zu Guttenberg aber der Einstieg privater Investoren.

Im Kampf um Arcandor will nun Metro-Chef Cordes sich mit Kanzlerin Merkel und Vize Steinmeier zur möglichen Fusion der Warenhäuser beider Konzerne unterhalten. So könnten 60 von 90 Karstadt-Filialen erhalten bleiben. Derzeit überprüft die SPD Überbrückungskredite und wird damit zur “Besten Freundin Arcandors“. Die Zeit drängt und die Politik sollte im Falle des Kaufhauskonzerns zu einer schnellen Lösung zu finden.

Am Beispiel von Arcandor zeigt sich, dass in Zeiten der Finanzkrise viele Unternehmen von den Staatshilfen profitieren wollen. Der Konzern ist kein direktes Opfer der Finanzkrise und setzt doch alle Hoffnungen auf eine Bürgschaft. Der Einfluss des Staates in Relation zur gesamtwirtschaftlichen Leistung war noch nie so hoch. In diesem Jahr werden sich die Staatsausgaben auf mehr als 300 Milliarden Euro belaufen! Wo soll das nur hinführen?

Dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl wird das Diktum zugeschrieben: Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus.

Die Suche nach den Rosinen an der Börse

Donnerstag, den 14. Mai 2009

Solide Aktien seien jetzt eine gute Chance, um wieder an der Börse einzusteigen. Das zumindest behaupten Experten allerorts. Verständlich, dass die meisten Anleger angesichts der Verluste in der Krise mehr als vorsichtig geworden sind. Sie bevorzugen Festanlagen wie Tagesgeldkonten und oder Fonds.

Gerade jetzt aber könnte sich die Investition in Aktien als lohnenswert herausstellen - schließlich partizipieren die Anleger am Unternehmen und haben damit auch die Chance auf Dividenden. Andererseits waren Europas Firmen in diesem Jahr aufgrund von Liquiditätsängsten besonders knausrig bei der Dividenden-Ausschüttung.

Schaut man sich die Entwicklung der Dax-Renditen einmal an, so lagen sie im Jahr 2008 wirklich so niedrig wie nie:

Börse

Laut Catherine Hoffmann von der Süddeutschen liegen die Gründe für den Wiedereinstig an den Aktienmarkt klar auf der Hand. Nach ihrem jüngsten Hoch, so die Autorin, sind die Kurse von Dax und Euro Stoxx 50 um etwa 50 Prozent eingebrochen. Vermögensverwalter Gerald Kichler erklärt:

Wenn es in Zukunft nicht gerade Depression oder Hyperinflation gibt, sollten Aktien auf Sicht von fünf Jahren zwischen sieben und zwölf Prozent Ertrag bringen.

Ähnlich positiv spricht sich auch Jim O’Neill von Goldman Sachs aus (s. Blogbeitrag: Die neue Hausse: Zeit, zu investieren?). Dass die Anleger bereits hoffen, macht sich bereits seit März an den steigenden Kursen bemerkbar. Ob die Wirtschaft sich wirklich so bald erholen wird? Lesen Sie im Blogbeitrag Licht am Ende des Tunnels? mehr zu den aktuellen Wirtschaftsprognosen. Die SZ-Journalistin Hoffmann betont aber:

Empfehlenswert sei es, sich schrittweise an den Aktienmarkt zu wagen, die Käufe über ein Jahr zu strecken - und dabei nicht zu vergessen: Die Krise ist noch längst nicht ausgestanden, auch wenn gerade die Hoffnung sprießt.

Joseph Stiglitz im Interview

Donnerstag, den 30. April 2009

Eine schöne Unterhaltung, die ich auf der Website von Charlie Rose, einem amerikanischen TV-Journalisten gefunden habe. Es geht in der Unterhaltung um die aktuelle wirtschafltiche Lage: Bill Ackman, Hauptinvestor und Hedge-Fond-Manager von Pershing Square Capital Management, Kate Kelly vom “Wall Street Journal”, Andrew Ross Sorkin von der “New York Times” sowie Joseph Stiglitz, Nobelpreisträger und Ökonomie-Professor an der Columbia University diskutieren ihren Standpunkt.

Der berühmte Stiglitz sagt: “… Banking is supposed to be a boring business, and I think we ought to return banking to being a boring business …”. Sehen Sie selbst:

Licht am Ende des Tunnels?

Montag, den 27. April 2009

5-tunnel-042709.jpgEs ist alles gar nicht mehr so schlimm - wird sich die Wirtschaft schneller erholen, als gedacht? Immer mehr Wirtschaftsexperten und Poltiker lassen dies verlauten. Während der Chef der Bundesbank, Axel Weber erst an eine Erholung ab 2010 glaubt, spricht beispielsweise der aktuelle ifo-Geschäftsklima-Index für eine beginnende Erholung der Wirtschaft: der stieg von 82,2 Punkten im März auf 83,7 Punkte. Dies zeigt eindeutig, dass die befragten Unternehmen ihrer aktuelle Lage und der zukünftigen Entwicklung positiv gegenüber stehen. zuversichtlicher. Die Welt schreibt hierzu:

Ökonomen und Unternehmen sind sich aber einig: Schlimmer kann es nicht werden. (…)  Die weichen und harten Signalgeber, zu denen etwa die Industriebestellungen gehören, kündigen bereits jetzt ein Ende des wirtschaftlichen Absturzes an; Ökonomen erwarten die Talsohlein der zweiten Jahreshälfte . Dann wird es auch die ersten Massenentlassungen geben. Eine paradoxe Situation: In der Wirtschaft keimt Hoffnung, bevor die Krise bei vielen in der Bevölkerung überhaupt angekommen ist.

Doch das Frühjahrsgutachten 2009, einem Gemeinschaftsgutatchten von acht Wirtschaftsinstituten, sieht schwarz. Die Wirtschaftsexperten prognostizieren einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um sechs Prozent. Demnach sieht es auch für 2010 nicht besser aus für die Wirtschaftsleistung. Auch hier wird mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet. Natürlich nimmt die negative Entwicklung einen Rattenschwanz mit sich: Die Zahl der Arbeitslosen soll von jetzt 3,7 Millionen bis zum nächsten Jahr auf sage und schreibe 5 Millionen ansteigen. Statista liefert eine gute Übersicht über die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen.

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