Archiv der Kategorie ‘Märkte‘

Aktienspurt bald vorbei

Dienstag, den 20. Oktober 2009

Seit dem letzten Tief im März haben die Aktienmärkte eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt - Der Dax konnte sogar 60 Prozent zulegen. Profitiert haben die Aktienkurse vor allem vom großen Optimismus unter den Anlegern. Mit dem schnellen Anstieg der Kurse könnte es allerdings schon bald vorbei sein.

Wie die Vergangenheit zeigt, erholt sich die Wirtschaft nach einer Finanzkrise nur sehr langsam. Große Wachstumsschübe sind da selten. Dies haben etwa die amerikanischen Wirtschaftsforscer Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff ermittelt, die Finanzkrisen seit dem Mittelalter untersucht haben. Die Geschichte zeigt: Nach der Rezession schleicht die Wirtschaft meist derart, dass sie erst nach mehreren Jahren wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Dies verdeutlicht sich auch in den Aktienmärkten. Aktienstratege Teun Draaisma von der Investmentbank Morgan Stanley hat beim Dax eine ähnliche Entwicklung beobachtet: Nach seinen Untersuchungen bewegt sich der Dax bislang für eine Krise recht durchschnittlich, er ist nur deutlich schneller, als in früheren Krisen. Erst ging es durchschnittlich 56 Prozent nach unten, dann - vom niedrigeren Niveau aus - 70 Prozent nach oben. Danach bewegten sich die Aktien jahrelang kaum von der Stelle. Draaisma sieht den Grund für diese Bewegung vor allem in Strukturproblemen:

Nach großen Krisen hatte die Wirtschaft immer ein Strukturproblem. Dieses Mal gibt es zu viele Schulden in der Wirtschaft. Die sind noch da, sie sind nur inzwischen beim Staat.

Auch Alexander Krüger, der Leiter der Kapitalmarktanalyse beim Bankhaus Lampe, rechnet mit einem Ende der Aktienrally:

Der Aufwärtstrend der vergangenen acht bis zehn Wochen ist mit wirtschaftlichen Daten nicht zu erklären.

Richtig kritisch könnte nach Krüger das nächste Jahr sein, wenn Anleger von der schleppenden Entwicklung der Wirtschaft enttäuscht würden. Dazu kommt, dass die Notenbanken damit anfangen müssten, ihr Geld wieder einzusammeln. Dadurch könnte der Wirtschaft wieder eine Menge Geld entzogen werden - Geld, das momentan noch die Aktienkurse unterstützt.

Neue Medien: Größerer Einfluss auf Investitionsentscheidungen

Montag, den 12. Oktober 2009

In Zukunft werden Neue Medien eine größere Rolle bei Investitionsentscheidungen spielen. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Kommunikationsberatung Brunswick Group, die kürzlich eine Untersuchung über die Nutzung Neuer Medien durchgeführt hat. In der online Studie wurden knapp 500 instututionelle Investoren und Sell-Side-Analysten in den USA und in Europa befragt, ob und wie sie Neue Medien für Investmententscheidungen nutzen.

Die Defintion für “Neue Medien” ist ein Blog, sind Message Boards, Social Network Seiten und natürlich geht es auch um das Micro-Blogging-Tool Twitter. Am einflussreichsten in Bezug auf die Entscheidungsfindung sind noch immer die direkt vom Unternehmen kommenden Informationen. Wie aus der Studie jedoch deutlich wird, könnte die Bedeutung von Neuen Medien zunehmen. Immerhin erwarten 58 Prozent der befragten Teilnehmer einen zunehmenden Einfluss Neuer Medien. Besonders US- und auf Technologieunternehmen spezialisierte Teilnehmer sind hierbei optmistisch.

Auch mystocks arbeitet nach dem Web 2.0-Prinzip: Hier profitieren Anleger vom Wissen der Anderen. Welche Aktie ist ein echter Geheimtipp - und von welcher sollte man besser die Finger lassen? Die Aktien-Community ist eine gute Anlaufstelle für Investitionen. Ein entscheidender Vorteil: Gerade in unsicheren Börsenzeiten bietet die Community Transparenz. Um die Zuverlässigkeit der Prognosen zu überprüfen, werden die Vorhersagen täglich mit dem wahren Aktienwert verglichen.

Die neue Art des Investments: ETF und Indexfonds in Rohstoffe

Montag, den 21. September 2009

Fast alle Rohstoffe haben in den letzten Jahren einen besipiellosen Boom erlebt. Auch wenn das Krisenjahr 2008 zu einer erheblichen Korrektur geführt hat, so halten viele Anleger Rohstoffe für einen aussichtsreiches Investment. Aber auch zahlreiche Experten sehen ein Ende der Megahausse im Rohstoffsektor noch nicht angekommen und prognostizieren beispielsweise einen mittelfristigen Goldpreis von 2.000 US Dollar.Um auch vom Rohstoffboom zu profitieren, gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum einen das physische Investment, das natürlich nur für Rohstoffe in Frage kommt, die keinem natürlichen Verfall unterliegen - hier bieten sich vor allem Zertifikate und Rohstoff ETF (eigentlich ETC: Exchange Traded Commodities) an. Verglichen mit Zertifikaten und dem physischen Investment eignen sich diese Rohstoff ETF gut zum Einstieg in die Branche.

ETF sind deutlich sicherer als Zertifikate, die in der Regel auf bestimmte Rohstoffe spezifiziert oder breit gestreut sind. Das liegt daran, dass das Emittentenrisiko bei den ETF wegfällt, denn sie sind ein von einer Fondsgesellschaft verwaltetes Sondervermögen. Das heißt: die Bonität der Fondsgesellschaft spielt bei der Anlageentscheidung keine Rolle. Außerdem sind ETF vergleichsweise günstig. Im Gegensatz zu Zertifikaten, die in der Regel mit Spreads von bis zu 6 Prozent gehandelt werden, sind die Spreads beim Kauf von ETF über die Börse deutlich geringer. Einen Ausgabeaufschlag, wie er beispielsweise beim Kauf gewöhnlicher Aktienfonds fällig wäre, gibt es bei Rohstoff ETF grundsätzlich nicht.

Gegenüber dem physischen Investment bieten ETF vor allem den Vorteil, dass auch in solche Rohstoffe investiert werden kann, die einem natürlichen Verfall unterliegen oder nur schwer einzulagern sind. Dazu zählen neben den sogenannten Soft Commodities (Agrarrohstoffe) vor allem auch schwere Indsutriemetalle und natürlich potentialstarke und bedeutende Verbrauchsrohstoffe wie Öl und Gas. Durch den Erwerb von Rohstoff ETF anstatt einer physischen Anlage entfallen natürlich die Kosten für die Lagerung und Versicherung der Rohstoffe.

Rohstoff ETF werden mittlerweile von immer mehr Banken emittiert und bieten die Möglichkeit, an der Wertentwicklung eines bestimmten Rohstoffindizes zu partizipieren. Genau wie bei gewöhnlichen ETF, handelt es sich auch bei Rohstoff ETF um sogenannte Indexfonds. Das sind passiv gemanagte Fonds, bei denen das Fondsmanagement keine aktiven Anlageentscheidungen trifft, sondern lediglich einen zu Grunde liegenden Index nachbildet. Dementsprechend kostengünstig sind Rohstoff ETF. Die jährlichen Verwaltungskosten liegen in der Regel deutlich unterhalb von 0,5 Prozent und sind damit deutlich geringer als die für vergleichbare Zertifikate anfallenden Management Fees.

Cayman Islands vor der Pleite

Dienstag, den 15. September 2009

Wie rasant es mit einer Bank bergab gehen kann, das hat der Zusammenbruch der Lehman Brothers heute vor genau einem Jahr bewiesen. Nicht nur Institutionen, auch ganze Systeme können auf diese Pleite gehen. Nach Liechtenstein ist nun ein weiteres Steuerparadies bedroht. Die beliebte Karibikinsel Cayman Islands steht kurz vor dem Staatsbankrott. Inzwischen ziehen ausländische Anleger Gelder in Milliardenhöhe ab. Die Geldabflüsse könnten das Ende der Steueroase bedeuten.

Nun drängt die britische Regierung die einstige Kolonie indirket zur Einhebung von Steuern. Für andere Länder nichts Ungewöhnliches - für die Karibikinsel jedoch völliges Neuland. Schließlich müssen die rund 50.000 Einwohner bis dato keine direkten Steuern, wie Einkommens- und Unternehmenssteue, zahlen. Gerade wegen der nahezu Steuerfreiheit ist der kleine Staat zu einem der bedeutendsten Finanzmärkte geworden und lockt zahlreiche Firmen an - rund 80.000 Unternehmen sind heute auf der Insel vertreten. Mit der Steuerfreiheit könnte nun Schluss sein. Die britische Außenamtsministerin Chris Bryant erklärte dem Regierungschef der Kaimaninseln McKeeva Bush:

Ich fürchte, es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als neue Steuern einzuführen. Möglicherweise Einkommen- und Körperschaftsteuern wie auf den Virgin Islands.

Zur schlechten Lage der Cayman Islands kommt hinzu, dass der Staat bereits stark belastet ist. Aufgrund der hohen Schäden der Hurrikans, etwa des Hurrikans Ivan, musste der Staat viel Geld in die Infrastruktur investieren. Außerdem zieht es immer weniger Unternehmen auf die Karibikinsel. Im Zuge der Finanzkrise werden weniger Geschäftslizenzen vergeben. Die eingebrochene Nachfrage bedeutet für die Insel erheblich weniger Einnahmen, schließlich kostet eine Geschäftslizenz für eine Bank rund 620.000 US-Dollar. Da der Staat keine Steuern erhebt, sind dies fast die einzigen Einnahmen. Die Verschuldung des kleinen Staates liegt inzwischen bei knapp 600 Millionen US-Dollar, ein gigantisches Haushaltsloch.

Ob tatsächlich dirkete Steuern eingeführt werden, ist noch unsicher. Der Regierungschef lehnte die Einführung von Unternehmens- oder Einkommenssteuern ab und versprach:

Alles zu tun, um durch diese turbulenten Zeiten zu kommen.

Die Tourismus- und Finanzbranche soll dabei ungeschadet bleiben, sodass das Steuerparadies wohl auch in Zukunft bestehen bleibt.

Grund zur Freude gibt es dagegen bei der Entwicklung der Weltwirtschaft. Nach einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge dürften sich die Märkte schneller erholen als erwartet. Die Konjunktur werde besonders angekurbelt durch China - hier wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal zweistellig. Außerdem würden sich die Immobilienmärkte in den USA und Großbritannien erholen.

Auch für Deutschand dürfte der Einbruch 2009 weniger stark ausfallen: Für das dritte Quartal erwartet die OECD in Deutschland ein Wachstum von 4,2 Prozent. Im vierten Quartal sollen es noch 1,8 Prozent sein.

In die Wüstensonne investieren

Mittwoch, den 15. Juli 2009

Die Gefahren des Klimawandels, knapper werdende Ressourcen und Preisanstiege rufen immer mehr ins Bewusstsein, dass eine globale Lösung zur Energiebeschaffung dringend notwendig ist. Desertec ist ein äußerst vielversprechendes Projekt zur Energieversorgung Europas. Das Projekt sieht vor, in Afrika erzeugten Solarstrom nach Deutschland und Europa fließen zu lassen. Das energiepolitische Ziel ist dabei hoch: Etwa 15 Prozent des europäischen Strombedarfs ließen sich mit geeigneten Kraftwerken und einem entsprechenden Leitungsnetz decken.

Schon bald soll das Projekt konkrete Formen bekommen: Die Münchener Rück, die sich an die Spitze der Initiative gesetzt hat, hat für den 13. Juli zu einem Gründungstreffen nach München geladen. Die Liste der teilnehmenden Unternehmen ist lang und prominent: DAX 30 Werte wie Deutsche Bank, Siemens, die Energieversorger RWE und E.ON sind mit an Bord. Desertec-Aufsichtsratvorsitzender Gerhard Knies betont:

Die Zeit scheint reif zu sein für ein wirklich großangelegtes Manöver gegen den Klimawandel.

Mit der Sonne die Energieprobleme der Zukunft zu lösen, ist eine verlockende und gleichzeitig ehrgeizige Idee. Doch welche Chancen hat das Projekt?

Kritiker bemängeln, dass der politische Wille für die Umsetzung dieses Projekts zu gering ist. Auch die Finanzierung des 400 Milliarden Euro teuren Vorhabens ist unklar. Hinzu kommt, dass die Kosten für die Solarstromerzeugung weit über den Kosten heimischer Kern- oder Braunkohlekraftwerken liegen. Selbst beim weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück bleibt man realistisch:

Es ist natürlich im Moment noch Zukunftsmusik, aber das überwältigende Interesse zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Auch die beteiligten Unternehmen bremsen die Euphorie. E.ON-Chef Wulf Bernotat räumt ein, dass die Idee zwar interessant sei, sich allerdings noch in einem ganz frühen Anfangsstadium befinde.

Befürworter von Desertec heben vor allem die großen Potenziale des Projekts hervor, wie etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen. Investitionen in nachhaltige Energien könnten auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Besonders in Zeiten der Krise ist es sinnvoll, in Zukunftstechnologien investieren. Das Konzept für eine globale Klima- und Energiewende könnte eines der größten privaten Ökostrom-Initivatiativen werden

Ein weiterer Großkonzern, der sich um alternative Energien für Europa kümmert, ist Nabucco. Das Projekt für eine internationale Gaspipeline will Erdgas aus dem kaspischen Becken durch die Türkei und den Balkan nach Mitteleuropa befördern. Auch RWE gehört zu den Nabucco-Investoren.

Nabucoo und Desertec: beide Projekte sind visionär und ambitioniert. Unerschöpfliche, nachhaltige Energie ist dann keine Utopie mehr. Die Technik könnte es möglich machen - Politik und Investitionen müssten folgen. In jedem Fall sind Unternehmen aus diesem Umfeld auch für Privatanleger ein rentable Anlage-Option.

Grüne Investments stehen hoch im Kurs

Dienstag, den 23. Juni 2009

Seit Beginn der Wirtschaftskrise werden nachhaltige Finanzprodukte immer attraktiver. Die Nachfrage steigt nach “grünen Investements” - also nach Aktien und Fonds von Unternehmen, die mit alternativen Energien oder ökologischer sinnvoller Technologie Geld verdienen. Ein möglicher Grund für die zunehmende Beliebtheit ist die Rückbesinnung auf die “wahren Werte”. Dies erklärt Susanne Kazemieh von der Frauenfinanzgruppe Hamburg, einer unabhängigen Beratungsstelle für nachhaltige Geldanlagen:

Jetzt rücken wieder die Werte in den Fokus, die wirklich zählen.

Sie ist sicher, dass sich die Investitionen hier lohnen,

weil umweltschonendes Wirtschaften langfristig zu stabilerer Wertentwicklung führt.

Überzeugt von der positiven Entwicklung ist auch Stephan Buchwald, Geschäftsführer des Hamburger Family Office Kontora. Seiner Meinung nach lohnen sich die „grünen Investments“ auch für Privatanleger. Bis 2020 rechnet er mit einer Verdoppelung des weltweiten Umsatzes der Branche. Die besten Gewinnchancen sieht Buchwald momentan bei Photovoltaik und Biogas, aber auch Solarstrom könne 2015 in Deutschland schon wettbewerbsfähig sein.

Viel Aufmerksamkeit hat in den letzten Monaten auch die Aktie Phoenix Solar bekommen. Das Unternehmen legt kontinuierlich zu, was sich auch an der Börse bemerkbar macht: Erst kürzlich ist es Phönix Solar gelungen, verschiedene Aufträge in Singapur zu gewinnen.

Auch Emissionshäuser haben die positiven Zeichen erkannt und bieten immer mehr nachhaltige Fonds an. So auch das Bankhaus Wölbern Private Equity, die mit “ProKlima” in Klimaschutz- und Umwelttechnologie investieren. Der Geschäftsführer vom Bankhaus, Sebastian Krüper, betont:

Durch die Finanzkrise hat die Branche der Umwelttechnologie wie erneuerbare Energien, Recycling oder zum Abbau von Kohlendioxid einen enormen Aufschwung bekommen.

Ein Indiz für den Aufwärtstrend der nachhaltigen Geldanlagen ist auch der Natur-Aktien-Index (NAI), der aus 30 weltweit ausgewählten Aktienwerten von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen besteht. In den letzten sechs Monaten konnte er ein Plus von 11,34 Prozent verzeichnen.

Und was besonders schön ist an den grünen Aktien: Neben den hohen Renditen tut man etwas für die Umwelt und hat ein gutes Gewissen!

Stichtag für Porsche: Hexensabbat

Freitag, den 19. Juni 2009

Heute wird es für Porsche spannend: An der Börse laufen die Optionsgeschäfte aus. Börsianer nennen diesen Freitag “Hexensabbat” - ein Tag, in dem Aktienkurse verrückt spielen können. 

Ein kurzer Rückblick: Porsche hält inzwischen knapp 51 Prozent an VW. Dazu kommt, dass sich der Sportwagenbauer im Frühjahr 2008 mit über Optionen mit Banken sich den Zugriff auf weitere VW-Anteile gesichert hat.

Noch weiß niemand, wann das Geschäft auf die Optionen ausläuft - ob möglicherweise am Hexensabbat - auch der Preis ist unbekannt. Sollte Porsche jedoch die Kaufoptionen einlösen müssen, könnte es für Porsche brenzlig werden. Aktienhändler bei Close Brothers Seydler, Oliver Roth erklärt:

Rund 640.000 Verkaufsoptionen auf VW laufen aus

Jede Option bezieht sich auf 100 Aktien - das entspricht rund 64 Millionen der VW-Aktien und knapp 22 Prozent der 295 Millionen umlaufenden Aktien. Gegen eine Prämie haben sich Institute das Recht gesichert, Porsche zu einem bestimmten Zeitpunkt VW-Aktien zu verkaufen. Nun stellt sich die Frage: Hat sich Großaktionär mit den komplexen Optionsgeschäften verwettet oder kommt Porsche unversehrt davon? Im schlimmsten Fall könnte Porsche Milliarden Euro verlieren. Christian Breitsprecher, Automobilanalyst der Privatbank Sal.Oppenheim sieht die Lage von Porsche eher skeptisch: Er schätzt den möglichen Verlust für den Automobilhersteller durch die Put-Optionen auf 3,5 Milliarden Euro.

Schon seit längerer Zeit steht Porsche unter Druck. Durch die Austockung der Beteiligung an VW musste Porsche hohe Schulden auf sich nehmen. Inzwischen hat sich Porsche Kredite in Höhe von 10,75 Milliarden gesichert. Weitere 1,75 Milliarden sollen zusätzlich von der staatlichen Förderbank KfW kommen. Dazu kommt der ständige Machtkampf an der Spitze und der jüngste Absatzeinbruch - Faktoren, die für Porsche turbulente Zeiten auslösen.

Heute schaut die gesamte Börse auf die Porsche und VW-Aktien. Es könnte zu einem der bedeutendsten Tage für die Automobilhersteller werden, schließlich gehiti eis um die Zukunft von Porsche und VW. Alles ist möglich: VW könnte noch als Tochter von Porsche enden - genauso ist das Gegenteil möglich - oder es passiert nichts. Warten wir es ab!

Die Zukunft liegt im Reich der Mitte

Freitag, den 12. Juni 2009

Die von der Wirtschaftskrise gebeutelte Welt schöpft wieder Hoffnung. Viele Augen sind dabei auf China gerichtet. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg des Landes sind auch die Wertpapiere in den Fokus der Aufmerksamkeit internationaler Investoren gerückt. Wer hohe Rendite und damit großes Wachstumspotential sucht, sollte sein Portfolio mit Wertobjekten aus China anreichern.

Asienexperten allerorts sprechen Kaufempfehlungen aus. So auch Mark Konyn, Asien-Chef der Allianz-Tochter RCM, der in einem Interview betont:

Chinesische Aktien werden innerhalb der kommenden fünf Jahre zu einer eigenen Anlageklasse, an der niemand mehr vorbeikommt. Man wird dann in heimischen Aktien investieren, in Gold, in Renten, in Hedgefonds oder andere Anlageklassen – und in chinesischen Aktien.

Und erklärt weiter, dass das globale Finanzzentrum 2020 Shanghai heißen könnte:

Shanghai wird in der Tat ein wichtiger Standort für die Finanzindustrie werden. Die chinesische Regierung hat gerade erst angekündigt, dass sie die Stadt bis zum Jahr 2020 zu einem internationalen Finanzzentrum entwickeln will. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass sich das Land weiter öffnen möchte.

Zwar ging der Export im Vergleich zur Vorjahrsperiode um ganze 26,4 Prozent zurück. Trotzdem sind die Erwartungen auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung Chinas hoch. Optimismus herrscht auch an der Börse. Dafür sorgte kürzlich erst ein massives staatliches Investitionsprogramm, von dem besonders Firmen aus den Bereichen Infrastruktur, Bau und Konsum profitierten. Das Konjunkturpaket in Höhe von 585 Milliarden Dollar ließ die Investitionsausgaben in die Höhe schlagen: Im Mai waren sie 33 Prozent höher als im Vorjahr. Wie nachhaltig die Investitionen sind, wird sich dann zeigen müssen.
Der chinesische Aktienmarkt ist sehr spannend, für Außenstehende schwer durchschaubar und sehr spekulativ. Doch durch die zunehmenden Öffnungstendenzen der chinesischen Börse wird der Markt für Investoren immer attraktiver. Will man in chinesische Aktien investieren, sollte man sich vorher unbedingt mit den individuellen Charakteristika der chinesischen Märkte vertraut machen.
ASIAN BAMBOO AG INH.ON (WKN A0M6M7) - Aktienkurs, Aktien Analysen, Chartverlauf

Ein schönes Beispiel für das große Potential chinesischer Aktien ist Asia Bamboo. Nach dem Börsengang im November 2007 legte die Aktie des Bambusherstellers eine regelrechte Achterbahnfahrt hin. Mittlerweile hat sich die Aktie erstaunlich gut erholt und erhält ausschließlich Kaufempfehlungen.

Das ist natürlich nur ein Exempel von Vielen. Die Bedeutung chinesischer Aktien wird auch in Zukunft weiter ansteigen – da geht sicherlich kein Weg daran vorbei. Ab in das Reich der Mitte!