Archiv der Kategorie ‘Anlageberatung‘

Deutsche Bank sorgt für Optimismus an der Börse

Donnerstag, den 29. Oktober 2009

Die Deutsche Bank hat das Dritte Quartal mit einem Milliardengewinn abgeschlossen und damit die Analyseerwartungen übertroffen. Das Geldhaus hat etwa 1,4 Milliarden vor Steuern verdient - vor einem Jahr noch, als die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzwelt in eine tiefe Krise stürzte, waren es noch jediglich 414 Millionen Euro. Steuervorteile und ein angekurbeltes Privatkundengeschäft haben dem Bankhaus wieder bessere Zeiten beschert. Auch der Blick in die Zukunft ist positiv, wie die Deutsche Bank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte:

Es wird erwartet, dass alle Geschäftsbereiche positive Ergebnisse ausweisen werden.

Am Börsenparket wurden die positiven Meldungen zunächst skeptisch aufgenommen. Während vor Börsenbeginn die Zahlen noch für leichte Kursgewinne sorgten, drehte sich die Stimmung daraufhin. Die Aktien der Deutschen Bank verbuchten einen Verlust über 3 Prozent auf 53,67 Euro und rutschten damit an das Ende der Rangliste der Dax-Konzerne. Grund für die bedrückte Stimmung unter den Investoren sind die deutlich besseren Zahlen der US-Konkurrenten. So haben JPMorgan Case und Goldman Sachs noch viel mehr verdient als das deutsche Bankinstitut. Ein Händler erklärt:

Vor Steuern haben sie die Analystenerwartungen zwar leicht übertroffen, aber nicht das geliefert, was sich einige Anleger nach den Zahlen der US-Wettbewerber vielleicht erträumt haben.

Für weitere Spannung an der Börse sorgt die erwartete Übernahme Ende des Monats: Nach Übernahme der Berliner Bank, der Norisbank und Teile der Postbank steht nun die angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim auf der Liste. Die Aktie sollte man im Blick behalten - die heute veröffentlichte Bilanz jedenfalls spricht Bände: der Gewinn in Höhe von 1,4 Milliarden Euro lässt auf weiteres Wachstum hoffen und stimmt die Anleger nun wieder positiv:

Die Aktie legte bis zum Nachmittag um mehr als 3,5 Prozent zu und gehörte damit zu den besten Werten im Deutschen Aktienindex DAX. 

Neue Medien: Größerer Einfluss auf Investitionsentscheidungen

Montag, den 12. Oktober 2009

In Zukunft werden Neue Medien eine größere Rolle bei Investitionsentscheidungen spielen. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Kommunikationsberatung Brunswick Group, die kürzlich eine Untersuchung über die Nutzung Neuer Medien durchgeführt hat. In der online Studie wurden knapp 500 instututionelle Investoren und Sell-Side-Analysten in den USA und in Europa befragt, ob und wie sie Neue Medien für Investmententscheidungen nutzen.

Die Defintion für “Neue Medien” ist ein Blog, sind Message Boards, Social Network Seiten und natürlich geht es auch um das Micro-Blogging-Tool Twitter. Am einflussreichsten in Bezug auf die Entscheidungsfindung sind noch immer die direkt vom Unternehmen kommenden Informationen. Wie aus der Studie jedoch deutlich wird, könnte die Bedeutung von Neuen Medien zunehmen. Immerhin erwarten 58 Prozent der befragten Teilnehmer einen zunehmenden Einfluss Neuer Medien. Besonders US- und auf Technologieunternehmen spezialisierte Teilnehmer sind hierbei optmistisch.

Auch mystocks arbeitet nach dem Web 2.0-Prinzip: Hier profitieren Anleger vom Wissen der Anderen. Welche Aktie ist ein echter Geheimtipp - und von welcher sollte man besser die Finger lassen? Die Aktien-Community ist eine gute Anlaufstelle für Investitionen. Ein entscheidender Vorteil: Gerade in unsicheren Börsenzeiten bietet die Community Transparenz. Um die Zuverlässigkeit der Prognosen zu überprüfen, werden die Vorhersagen täglich mit dem wahren Aktienwert verglichen.

Neue Strukturen: Vom Bank- zum Honorarbertater

Montag, den 7. September 2009

Verraten und verkauft fühlten sich nicht nur die Kunden, die im letzten Jahr auf die Lehman Brothers Zertifikate reingefallen sind. Skandale zur Bankberatung gab es nach dem Bankencrash viele. Plöztlich outeten sich Bankberater, lediglich aus Provisionsgründen zu bestimmten Finanzprodukten geraten zu haben.

Doch der Skandal führt die Kunden erst recht nicht aus ihrer Hilflosigkeit. Wer sich selbst nicht in der komplexen Finanzwelt zurecht findet, ist auf eine externe Beratung angewiesen. Selten aber fühlt sich der Kunde gut aufgehoben: Anstelle der persönlichen Kundenbedürfnisse geht es immer  noch um das Interesse der Bank. Blindes Vertrauen in eine kompetente Empfehlung ist da sicherlich Fehl am Platz.

BR-Wirtschaftsexpertin Margit Siller kritisiert, dass der Anlageberater oft kein Berater, sondern vielmehr ein Verkäufer sei. Zwar seien einige Banken bei der Beratung vorsichtiger geworden, doch ist der Druck hoch, die hauseigenen Produkte zu verkaufen:

Viele Berater schielen auf die Provision, weil diese Teil des eigenen Einkommens sind.

Doch wo kann man noch eine professionelle, unabhängige Beratung bekommen? Gibt es Alternativen zum Bankberater? Der ARD-Finanzratgeber sieht zwei sichere Möglichkeiten: Die Verbraucherzentralen sowie Honorarberater. Der Gedanke, für eine Beratung zu bezahlen, wird noch von den meisten Kunden abgelehnt. Denn sie sind es gewohnt, sich kostenlos von ihrer Bank beraten zu lassen. Doch eine Beratung gegen Honorar scheint sich zu lohnen: Kosten, die durch eine falsche Beratung entstehen, können vermieden werden. Nach einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zufolge verlieren Bankkunden aufgrund mangelhafter Finanzberatung jährlich rund 30 Milliarden Euro.

Honorarberater werden allein für die Beratung bezahlt, eine Provision gibt es in der Regel nicht. Sie rentieren sich dabei nicht nur für Vermögende, wie VDH-Geschäftsführer Dieter Rauch erklärt:

Im Grunde kann jeder, der Versicherungen oder Kapitalanlagen besitzt oder benötigt, die deutlich preiswertere Honorarberatung finanzieren ohne einen Mehraufwand zu haben. Denn die Kosten für Beratung bezahlt er heute (bei der Bankberatung oder bei freien Finanzberatern) schon durch seine Beiträge mit, häufig ohne sich darüber im Klaren zu sein oder überhaupt davon zu wissen.

Wie findet man allerdings einen kompetenten, vertrauenswürdigen Honorarberater? Dies ist in der Tat noch etwas problematisch. Bislang gibt es nur rund 1.500 Berater, demgegenüber 280.000 Provisionsvermittler. Außerdem sollte man bei der Wahl des Beraters aufpassen, nicht jeder, der sich Honorarberater nennt, ist auch einer. Rauch rät zu schriftlichen Verpflichtungen:

Der Honorarberater sollte schon einen Fachwirt oder einen vergleichbaren Abschluss vorweisen können und nicht nur ein firmeninternes Zertifikat. Schließlich muss jeder Handwerksmeister die Schulbank drücken – das sollte auch für die Person gelten, die möglicherweise über Ihr Vermögen und Ihre Alterssicherung entscheidet.

Inzwischen setzen auch Banken auf die Alternative. Einen Anfang für die Honorarberatung wagen derzeit die Institute Cortal Consors und Comdirect.

Die Finanzberatung befindet sich in einer Umstrukturierung. Honorarberater könnten zukunftsweisend sein. Fehlt noch, dass der Kunde umdenkt und bereit ist, für die Beratung direkt zu zahlen.

Börsenpropheten sind überoptimistisch und träge

Freitag, den 31. Juli 2009

Die deutsche Bundesbank hat die Genauigkeit der Gewinneinschätzungen von Analysten zu den Dax 30 Werten untersucht. Mehr als enttäuschend das Ergebnis: Insgesamt sind die Prognosen der Analysten viel zu optimistisch. Die Analysten für alle Dax-Unternehmen einen durchschnittlichen Gewinnanstieg um 21 Prozent. Tatsächlich wurde lediglich eine Steigerung von 11 Prozent erreicht. Dass Treffsicherheit der vermeintlichen Profis so gering ist, bestätigt der Juli-Bericht der Bundesbank:

Die Vorhersagefehler der Analystenschätzungen betrugen in drei nach 1990 beobachteten konjunkturellen Einbrüchen und den damit einhergehenden starken Aktienkursrückgängen mehr als 50 Prozent.

Besonders groß sind die Abweichungen von der Wirklichkeit in Zeiten des Abschwungs. Bei sinkenden Aktienkursen weichen die Gewinnerwartungen noch viel stärker von den erreichten Werten ab als in Zeiten des Aufschwungs. Hinter dieser Prognose-Ungenauigkeit vermutet die Bundesbank einen Überoptimismus unter den Analysten.

Gerade in Krisenzeiten würden sie versuchen, eine Verschlechterung der Unternehmerlage zu vermeiden und geben deshalb bessere Prognosen ab. Ein weiterer Grund für die asymmetrischen Einschätzungen wird in einer gewissen Trägheit der Schätzungen gesehen: Gewinnprognosen sind nicht immer aktuell, denn viele der Einzelwerte für die Kosteneinschätzung würden von früheren Zeitpunkten stammen.

Wertpapieranalysten sollten Bindeglied zwischen den beobachteten Unternehmen sowie den potenziellen Investoren sein. Führt man sich die eher ernüchternden Ergebnisse der Untersuchung vor Augen, fragt man sich, wie vertrauensvoll ihre Arbeit tatsächlich ist.

Erfolgreiches Millionendepot mit Freenet, Sixt, Medigene und Porsche

Donnerstag, den 9. Juli 2009

Seit einem Viertel Jahrhundert beschäftigt sich der Börsenexperte Gerd Weger mit Direktanlagen. Sein neu aufgelegtes Millionendepot stockte er am 1. Juli mit den Aktien von SixtFreenet, Medigene und nun auch Porsche auf. Freenet bekommt dem Depot dabei besonders gut: der Wert ist mittlerweile bereits um gut sieben Prozent gestiegen.

FREENET AG (WKN A0EAMM) - Aktienkurs, Aktien Analysen, Chartverlauf

Nicht umsonst erhielt die Internet-Aktie auf auf myStocks 40 Buy-Empfehlungen in den letzten sechs Monaten. So war die Ersteinschätzung des Deutsche Bank-Analysten Benjamin Kohnke:

Die Aktien des Telekommunikationsunternehmens seien auf dem besten Weg zu einer attraktiven Dividendenaktie zu werden (…) Das Kerngeschäft Mobilfunk sei eine Cash-Maschine und die Ablösung von Randaktivitäten dürfte für zusätzliche Fantasie sorgen.

Und genau diese Studie war es auch, die Gerd Weger zum Kauf der Freenet-Aktie veranlasste. Neben den Werten von Sixt und Freenet entschied sich Weger auch für eine Investition in Medigene, Biotechnologieunternehmens, dessen Aktie aktuell an Wert gewinnt. Der Kauf der Porsche-Aktie brachte zunächst leichte Verluste. Insgesamt legt der Börsenprofi Wert auf eine breite Streuung und ein ausgeglichenes Verhältnis der Direktanlagen in seinem Depot. Klarim Fokus stehen, so Wegner in einem Interview mit Der Aktionär, deutsche Aktien:

Internationale Titel wer den bei Bedarf beigemischt. Die Trennlinie zwischen konservativen und spekulativen Aktien wurde mit der Finanzkrise stark verwischt. Für das Depot heißt das, dass nicht nur mit kleinen Werten, sondern durchaus auch mit DAX-Aktien kurz fristig getradet werden kann.

Wegers Ziel mit dem Millionendepot ist selbstwusst. Er ist bereits auf einem guten Weg dahin, die „deutliche Outperformance gegenüber den wichtigen Indizes DAX 30 & Co” zu erreichen. Wir sind gespannt und berichten vom Status Quo!

Staat gibt Anlegern mehr Kontrolle

Montag, den 29. Juni 2009

Künfitg werden Anlagegespräche genauestens protokolliert. Das fordert die Politik zum Schutz der Verbraucher. Wohin nämlich die Falschberatung führt, das mussten viele Privatinvestoren im Laufe der Finanzkrise schmerzlich erfahren. Selten hatten sie etwas gegen ihre Anlageberater in der Hand, die häufig aufgrund von Provisionen zu bestimmten Papieren rieten. Nur wenige geprellte Anleger konnten ihre entsprechende Schadensersatzklage an ihre Bank durchsetzen. Das (blinde) Vertrauen in die Empfehlungen der Bankmitarbeiter schlug sich in herben Verlusten nieder.

Jetzt kümmert sich die großte Koalition in einem ihrer letzten Reformprojekte um diese Problematik. Nun soll die Aufzeichnung der Gespräche als Beweisstück dienen - für die Bankkunden. Am Freitag wird das entsprechende Gesetzt im Bundestag verabschiedet, dass es Anlegern ab sofort erleichtern wird, rechtliche Schritte gegen Falschberatung einzleiten.Im Detial gestaltet sich das so:

Das Protokoll ist vom Anlageberater zu unterschreiben und noch vor Abschluss eines Vertrags auszuhändigen. Bei telefonischer Beratung soll der Bankmitarbeiter künftig dazu verpflichtet sein, dem Kunden das Protokoll nach Hause zu schicken. Ist dieser mit dem Inhalt nicht einverstanden, kann er sieben Tage lang von dem Vertrag zurücktreten.

Auf dieses Gesetz haben Verbraucher lange gewartet. Sicherlich gilt hier: Besser spät, als nie.

Bankberater: Lügen für das schnelle Geschäft

Montag, den 11. Mai 2009

Skandalös, aber leider nicht neu ist, was man aus den Reihen der Geldinstitute zu hören bekommt: Anstatt ihr Beratungsangebot an der Kundenzufriedenheit auszurichten, kümmern sich Bankberater ausschließlich um Verkaufsquoten und Provisionen. Damit haben sie das Vertrauen ihrer Klientel nun endgültig verspielt, weiß auch Melanie Bergermann von der Wirtschaftswoche. Schuld an der Misere sind nicht zuletzt die Chefs der Banken selbst schuld, die ihre Mitarbeiter mit dem aktuellen Vergütungssystem unter Druck setzen. Honoriert wird, wer viele Produkte verkauft - egal ob diese sich als renditestark erweisen oder nicht. Es scheint, als hätten diejenigen, auf die die Krise zurückgeht, nichts aus ihren Fehlern gelernt.

Die Finanzkrise hat gezeigt, welch fatale Folgen es haben kann, wenn nur noch auf das schnelle Geschäft geschielt wird. Weltweit haben Investmentbanker ihre Arbeitgeber in den Ruin getrieben, weil sie, motiviert durch hohe Bonuszahlungen, zu hohe Risiken eingingen. Doch die Einsicht, dass sich an den Anreizstrukturen in den Banken grundsätzlich etwas ändern muss, ist bislang nicht eingetreten.

Fest steht, dass die Geldinstitute andere Wege finden müssen, um ihre Mitarbeiter zu motivieren. Denn mit ihren Vertriebsmethoden verjagen sie ihre misstrauischen Kunden jetzt umso eher. Wie groß der Imageschaden sein kann, wenn Klienten gegen ihre Bank klagen, hat sich am Fall der Lehman Zertifikate deutlich gezeigt. Und was ist in Zeiten des Web 2.0 wichtiger, als das Feedback der Kunden?

Auch die Politik sieht einen stärkeren Schutz der Anleger als unumgänglich an und leitet erste Maßnahmen in die Wege. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) unterstreicht:

Die starke Renditeausrichtung vieler Banken hat offensichtlich zu einem derartigen Vertriebsdruck geführt, dass sich mancher Berater mehr an den Vertriebsprovisionen als am Kundeninteresse orientiert haben.

Mit der Verpflichtung für die Bankangestellten, Beratungsgespräche nach genauen Vorgaben zu protokollieren, will die Regierung mehr Transparenz erreichen. Hier gibt es eine entsprechende Checkliste für Bankkunden. Ausserdem soll die Verjährungsfrist auf zehn Jahre ausgeweitet werden. Damit haben Anleger länger das Recht auf Schadenersatz, falls sie falsch beraten wurden.

Da passt die Werbbotschaft der Deutschen Bank “Die härteste Währung der Welt? Vertrauen.” sehr gut ins Bild:

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“Ich glaube, dass Risiko sich wieder lohnt” - Fondsmanager Klaus Kaldemorgen im Interview

Freitag, den 20. März 2009

Change” bringt nicht nur Obama. Anleger müssen sich angesichts der Finanzkrise völlig neu orientieren, um ihr Geld sinnvoll zu investieren. Das Manager Magazin spricht vom Anbruch eines Zeitalters, welches “langfristige Börsenverluste genauso wenig ausschließt wie den Ausfall vermeintlich sicherer Staatsanleihen.”

Deutschlands renommiertester Fondsmanager und Sprecher der Geschäftsführung der Fondsgesellschaft DWS, Klaus Kaldemorgen, sprach mit dem Magazin über Gefahren und lohnenswerte Investitionen für Anleger.

Die altbewährte Anlagestrategie der Diversifikation nutzte den Anlegern in den letzten Monaten reichlich wenig. Kaldemorgen betont aber, dass es ja nicht nur darum geht, sein Geld in unterschiedliche Branchen zu investieren. Es sei aufgrund der stärkeren Internationalisierung der Märkte schwierig, einen Diversifikationseffekt zu erzielen - daher rät er dazu, andere Asset-Klassen miteinzubeziehen

Neben Staatsanleihen und Unternehmensanleihen gibt es Cash, Immobilien und Aktien. Mit einer guten Mischung kann man sich zumindest einem Teil der Kursverluste entziehen.

Mit Immobilien meint er privat genutzte Immobilien, die seien optimal zur Diversifikation. Kalermorgen ist aber gegen eine konservative Anlagestrategie. Er glaubt im Gegenteil, dass das Risiko im Vergleich zu der Zeit vor der Krise wieder adäquat bewertet wird:

Ich glaube, dass Risiko sich wieder lohnt. Wer ein hohes Risikobudget hat, der kann heute wieder Aktien und Unternehmensanleihen kaufen. Das Risiko dieser Anlagen will ich natürlich nicht wegdiskutieren. Es kann durchaus sein, dass sich solche Papiere nochmals ordentlich Richtung Süden bewegen. Aber wichtig ist auch, dass das Risiko entsprechend belohnt wird.

Ob ein Staat pleite gehen kann, könne man über die die Höhe der Credit Default Swaps (CDS), den Ausfallversicherungen, messen, so der Fondsmanager. Dennoch hält er eine Wiederholung des Falls Islands für unwahrscheinlich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird weitere Zahlungsausfälle zu verhindern wissen.

Der IWF kann sich über sogenannte Sonderziehungsrechte finanzieren - eine Geldschöpfung, die die Zentralbanken zur Verfügung stellen. Es wird darauf hinauslaufen, dass die Verschuldungskrise einzelner Staaten monetär gelöst wird, indem die Zentralbanken die Staatsschulden aufkaufen und damit die Zinsen künstlich niedrig halten. Damit werden sie eine enorme Geldmenge kreieren. Und was aus dieser Geldmenge irgendwann mal werden soll, ist noch nicht wirklich ausgetestet worden.

Diese Geldschwemme könnte eine Inflation hervorufen, wie Kaldemorgen besorgt zugibt. Und er wisse momentan nicht, wie die Unmengen an Geld wieder reduziert werden können.

Das ist, als würde man einen Flaschengeist rauslassen und ihn um die Erfüllung dreier Wünsche bitten: neue Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, steigende Börsenkurse. Und hinterher sagt man dem Geist, er soll wieder zurück in die Flasche.

Wovon der Fondsmanager abrät, sind Staatsanleihen. Die Rendite von 3 Prozent auf zehn Jahre ist gering und würde sie auf 4 Prozent steigen, dann ergeben sihc bereits hefitge Kursverluste.

Bevor ich dem Staat zehn Jahre lang Geld für 3 Prozent leihe, lege ich es lieber in den Tresor.

Unternehmensanleihen kommen hinsichtlich ihrer Rendite nahe an Aktien heran und stellen damit aus Sicht des DWS-Sprechers eine gute Alternative dar. Er betont im Gespräch:

Bei jeder Anlage, egal welcher Art, kommt es ja nicht nur auf die Wertsteigerungen an, sondern auch auf die Zinszahlungen im Zeitablauf.

Angesichts der kürzeren Börsezyklen und der höheren Volatilitäten empfiehlt Kaldemon Aktienanlegern zu schnellen Reaktionszeiten: sie sollen ihre Strategie regelmäßig überdenken und an die Bedingungen des Marktes anpassen.

Sich mit Gold gegen Verluste abzusichern, findet Kaldemorgen nur bedingt empfehlenswert. Denn ohne Wirtschaftswachstum verliert das Vermögen an Wert. Gold kann in Zeiten des Abschwungs das benötigte Einkommen nicht ersetzen:

Wir sind eben alle nur so reich oder so arm wie unsere Wirtschaft. Als Absicherung gegen eine inflationäre Ausweitung der Geldmenge sollte man Gold als Beimischung aber durchaus ins Kalkül ziehen.

Kunden wollen online beraten werden

Donnerstag, den 4. Dezember 2008

Marktforscher von psychonomics beobachteten im aktuellen “Kundenmonitor Banken 2008″ mit dem Fokus auf “Banking im Web 2.0″, dass bei Bankkunden die Angebote zur Geldanlage im Netz groß geschrieben werden. Zwar gibt die Mehrheit der Konsumenten an, gerne in den Bankfilialen persönlich beraten zu werden. Die Finanzberatung online gewinnt aber mehr und mehr an Bedeutung: jeder zweite Bankkunde (knapp 50 Prozent) nutzt das Internet bei der Suche nach geeigneten Geldanlagen. 27 Prozent der Befragten sehen die Beratung im Web 2.0 gar als gute Alternative zur Beratung vor Ort.

Insgesamt befragte psychonomics 1.500 private Bankkunden im Alter von 18 bis 69 Jahren zu aktuellen Finanzthemen und ihrem Finanzverhalten. Wenig überraschend, dass gerade die jüngere, einkommensstarke Kundschaft in Geldangelegenheiten besonders Web 2.0-affin ist. Für Banken ergibt sich ein großes Potenzial: jeder dritte Kunde gibt an, dass er die Online-Beratung seiner Bank nutzen würde - wenn sie denn vorhanden wäre. Nur 13 Prozent wissen aber von Finanzdienstleistern, die das bereits jetzt online beraten.

Knapp zwei Drittel der befragten Kunden (60 Prozent) fordern insbesondere konkrete Produktempfehlungen. Gut 40 Prozent möchten die Anlagetipps dann auch direkt online umsetzen können. Experte für Finanzmarktforschung, Stefan Heinisch,  von psychonomics sagt voraus:

Die Banken sollten sich auf die zukünftigen Kommunikationswege zum Kunden frühzeitig einstellen. Wir gehen davon aus, dass die wesentlichen Innovationen in der Kunden-Bank-Beziehung in nächster Zeit auf dem Feld der elektronischen Kommunikation stattfinden werden.

Psychonomics hat eine nette Typisierung der Bankenkunden vorgenommen. Wo würden Sie sich einordnen?

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Die Macht der Aktionäre: freenet-Vorstand soll gegangen werden

Dienstag, den 2. Dezember 2008

Als ob Eckhard Spoerr, Vorstand der freenet AG, nicht schon für genug Schlagzeilen gesorgt hätte. Nun haben die Großaktionäre der Aktiengesellschaft die Nase voll: einer Kreisemeldung zufolge sucht der mit 25 Prozent beteiligte Aktionär Permira derzeit nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden und einem Aufsichtsratschef.

Mit recht sind die Investoren wütend: die Freenet-Ergebnisse sind katastrophal und die Aktie befindet sich seit längerem im Sinkflug. Auch dem Vorstand von United Internet (UI) Ralph Dommermuth haben die 26 Prozent Anteile an Freenet hohe Verluste eingebracht. Für die DSL-Sparte, an der UI interessiert war, wollte Spoerr einen viel zu hohen Preis.

Offizielle Aussagen der beiden Großaktionäre gibt es nicht. Sollte es aber tatsächlich zu einer außerordentlich einberufenen Hauptversammlung kommen, dann besitzen UI und Permira zusammen die Mehrheit. Gegenüber dem Handelsblatt sagte Helmut Thoma, der Aufsichtsratsvorsitzende von Freenet:

Man muss Spoerr jetzt arbeiten lassen. Wenn das DSL-Geschäft bis Mai nicht verkauft ist, muss man eine erneute Bilanz ziehen, da kann Herr Spoerr nicht mehr nur auf die Erfolge der Vergangenheit verweisen.

Wird Spoerr Debitel noch integrieren können? Oder wird er vorher abgesetzt?

Der freie Fall der Aktie ist bei einem Blick auf das Chart mehr als offensichtlich. Trotzdem haben 56 Profianalysten im Laufe diesen Jahres eine Kaufempfehlung abgegeben, als die Aktie noch weitaus mehr wert war! Jeder, der auf einen Profi gehört hat, wird sein Geld wohl nie wieder sehen. Schade, dass es zu dieser Aktie noch keine Community-Analyse gibt.

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