Heideldruck muss im Alleingang bestehen
15. Oktober 2009 von Anna FriedrichDie geplante Fusion der beiden weltgrößten Druckmaschinengiganten Heidelberger Druck und Manroland ist vorerst gescheitert. Ursache ist die überaus schlechte Wirtschaftliche Lage des Heidelberger Maschinenbauers: Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009/2010 lag der Auftragseingang mit rund 530 Millionen Euro und der Umsatz mit rund 500 Millionen Euro nochmals unter dem bereits niedrigen Wert des Vorquartals. Auch in den kommenden Quartalen sei nicht mit einer wesentlichen Erhöhung des Auftrags- und Umsatzniveaus zu rechnen. Schuld hat hier die geringe Investitionsbereitschaft der Kunden.
Wie die Konzernführung einräumt, liegt die Geschäftsentwicklung unter den eigenen Erwartungen. Ein Betriebsverlust im laufenden Jahr in Höhe von 110 bis 150 Millionen Euro sei vorhersehbar. Analysten und Händler bewerten die gescheiterte Fusion negativ: infolgedessen sackt die MDAX-gelistete Heideldruck-Aktie kurzzeitig um über 22 Prozent ins Minus.
Eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ist unwahrscheinlich. Denn der Versicherungskonzern Allianz galt als treibende Kraft hinter den Fusionsverhandlungen. Der Mehrheitseigentümer an Manroland, Allianz Capital Partners (ACP), war es, der die Gespräche wegen der extrem schlechten Quartalszahlen stoppte.
In einem FAZ-Interview gab sich Heideldruck-Chef Schreier sehr pessimistisch gegenüber der Fusion mit dem eigentlichen Rivalen Manroland:
Seit Januar baut die Heidelberger Druck Jobs ab und hat sich über den Staat Garantien und Kredite gesichert - beides Punkte, die zur Erholung der Unternehmenslage beitragen sollten. Selbst im Alleingang, so verspricht Schreier, werde sein Konzern gestärkt aus der Krise hervorgehen:
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