Monatsarchiv für Januar 2009

L’état c’ést moi: Bestimmt der Staat bald über die Existenz von Unternehmen?

Mittwoch, den 28. Januar 2009

Thilo Sarrazin wagt auszusprechen, was andere Politiker für sich behalten. “Die Banker haben sich verzockt”, davon ist er überzeugt. Es sei doch ganz klar, warum der Staat die Kreditinstitute gerne verstaatlicht, denn “Dann ist es ja unsere Bank”, so der Berliner Finanzsenator in der SWR-Fernsehsendung “2+Leif” zum Thema Casino Royal: Banken zocken - der Staat zahlt. Der auch als Tsunami der Politik bekannte Sarrazin gibt offen zu, dass der Staat sich in deutsche Geldinstitute einkauft, um aktiv in das Bankengeschehen eingreifen zu können:

“Wir müssen die Banken da, wo der private Aktionär jetzt nicht mehr Eigenkapital geben wird, in staatliche Obhut nehmen und selbst das Eigenkapital geben und Vollaktionäre werden.”

Der Politik würde demnach beispielsweise die Macht zu Teil, als “Good Bank” über die Vergabe von Finanzspritzen zu entscheiden. Den Rest kann dann die “Bad Bank” als Art Auffangbecken für vergiftete Wertpapiere auffangen. Diese Aufspaltung schlägt Sarrazin selbst vor.

Ganz klar - der Finanzsenator macht deutlich, was der Staat wirklich anstrebt: direkt in die Wirtschaft einzugreifen, anstatt lediglich über die Steuereinnahmen zu bestimmen. Ist die Regierung nämlich die Bank, kann sie frei über die Kredite entscheiden und hat damit die Zügel in der Hand: Darf ein Konzern bestehen (bleiben) oder nicht? Focus-Autor Uli Dönch schreibt hierzu:

Wir alle wissen: Wenn Politiker erst einmal anfangen, Firmen zu retten, finden sie so schnell kein Ende. Dann werden sie auch Unternehmen am Leben halten, die nach den Gesetzen der Marktwirtschaft untergehen müssten – weil sie sich finanziell übernommen haben, weil die Konkurrenz besser ist, oder weil einfach zu wenige Menschen ihre Produkte kaufen.

Und so werden die Staatslenker heute Continental retten, morgen Rosenthal – und übermorgen die ganze deutsche Wirtschaft. Mit Geld, das sie nicht wirklich haben. Mit Schulden, die sie nie begleichen werden. Aber dafür mithilfe einer galoppierenden Inflation, mit der wir später einmal alles bezahlen müssen.

Übrigens haben wir Herrn Sarrazin als Sprecher für das AktienCamp angefragt. Es wär euns eine große Ehre, ihn am 28. Februar in Berlin begrüßen zu dürfen!

Ifo-Index: Es geht bergauf mit der Konjunktur hierzulande

Dienstag, den 27. Januar 2009

Ein bisschen Zuversicht muss sein. Entgegen allen Erwartungen macht sicifogeschaeftsklima_jan09.pngh in deutschen Unternehmen etwas Erleichterung. Wie das Münchner Ifo-Institut heute mitteilte, steigt der Geschäftsklimaindex erstmals seit Mai 2008 und zwar von 82,6 Punkten im Dezember auf 83 Punkte. Die 7000 befragten Firmen haben überraschenderweise sehr viel zuversichtlichere Erwartungen als dies noch zum Ende des “schwarzen” Jahres 2008 der Fall war. Zwar sehen sie die aktuelle Wirtschaftslage noch als schwierig ein, zeigen aber Optimismus für die kommenden Monate. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn betont jedoch, dass dies noch kein Zeichen für einen konjunkturellen Aufschwung sei.

Laut dem Ifo-Konjunkturexperten Klaus Abberger besteht aber angesichts des Konjunkturpakets der Bundesregierung “Hoffnung (…) dass die Fallgeschwindigkeit nach dem starken Einbruch im Herbst nun geringer wird”. Die staatliche Finanzspritze von 50 Milliarden Euro unterstützt Sektoren wie die Baubranche und den Einzelhandelssektor. Das stabilisiere erst einmal die Wirtschaftslage.

Die Fed Reserve Bank kriegt das US Bankensystem nicht in Schwung

Montag, den 26. Januar 2009

Ein Resumé über das Zustandekommen der Bankenkrise vom Jahr 1919 an bis hin zum großen Crash 2008.

Sixt e-Ventures startet Radarwarnservice RadAlert

Freitag, den 23. Januar 2009

Unsere Kollegen von der Sixt e-Ventures GmbH, die neben Stockflock auch die Autocommunity Carmondo betreibt, haben ein neues, sehr spannendes Projekt gestartet.

Für alle, die unter erheblichen Zuwachsraten Ihres Portfolios “Flensburg” leiden, bietet RadAlert eine neue Möglichkeit der Risikominimierung. Der kostenlose Radarwarnservice bietet allen Nutzern unter RadAlert.de die Einrichtung von persönlichen Blitzwarn-Zonen, um fortan per SMS oder E-Mail über aktuelle Blitzer informiert zu werden.

Zusätzlich wurde eine iPhone Applikation entwickelt, die dank GPS und Dreieckspeilung, Blitzer in Ihrer Umgebung anzeigt. Entdecken Sie selbst einen Blitzer, können Sie diesen bequem per Knopfdruck melden und somit andere Verkehrsteilnehmer warnen. Die RadAlert Anwendung gibt es kostenlos im Apple App Store.

Unsere Kollegen der Sixt e-Ventures sind dabei der Ansicht, mit RadAlert einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten. Radarfallen seien kein Mittel des Bundes um Haushaltsdefizite auszugleichen, sondern Verkeilsteilnehmer durch Kontrollen an Gefahrenstellen auf die Einhaltung von Tempolimits zu konditionieren. RadAlert erhöht die Verkeherssicherheit nun erheblich, indem Autofahrer schon früh auf Gefahrenstellen aufmerksam gemacht werden und es gar nicht erst zu Geschwindigkeitsüberschreitungen und Verkehrsunfällen kommt.

Wenn Sie also sich und andere Verkehrsteilnehmer schützen wollen, empfiehlt sich die Eintragung bei RadAlert.de.

Durch die freundliche Unterstützung von blitzer.de sind bereits alle stationären Blitzer in RadAlert eingetragen.
RadAlert.de für das iPhone jetzt kostenlos downloaden.

Update: 14. Juli 2009

Du stehst nicht auf volles Risiko, möchtest auch weiterhin dein Risiko minimieren? Du konntest in der Vergangenheit die RadAlert Applikation nicht nutzen weil du Blackberry-User bist? Nun ist dies auch kein Problem mehr!

Die Kollegen aus der Sixt e-Ventures haben ihr Portfolio erweitert und  den Radarwarner RadAlert nun auch für alle Android-Handys und Blackberrys an die Börse gebracht. Kleine Einschränkung für Blackberry-User: Der POI Warner RadAlert funktioniert für das Blackberry erst ab Firmware 4.5.

 Radarwarner für Ihr Blackberry | RadAlert

Die Blitzerwarnung per Blackberry oder Android-Handy funktioniert ganz einfach wie schon beim iPhone: Autofahrer, die sich einem Blitzer nähern werden entweder per Signalton oder Vibrationsalarm gewarnt, zudem können neue Gefahrenstellen mit einem Klick gemeldet werden. Alle Blitzer auf der Strecke werden in einer Liste angezeigt, beim Android-Handy zusätzlich in einer Kartenansicht.

Legen Sie gleich heute noch den POI Warner RadAlert in Ihr Depot und profitieren Sie davon on the long run!

Wann kommt die Trendwende? Charttechniker warnen vor weiter fallenden Kursen

Donnerstag, den 22. Januar 2009

Tiefer könnten die Aktienwerte nicht bewertet sein? Doch. Glaubt man den technischen Analysten, so nehmen die Kurseinbrüche an der Börse vorerst kein Ende. Mit einer Erholung der Märkte ist höchstens kurzzeitig zu rechnen. Gegenüber dem Handelsblatt betont Michael Riesner von der UBS, dass der Markt komplett überverkauft sei.

WestLB-Charttechniker Christian Henke sieht eine die momentane Baisse als sehr stark an und glaubt erst dann an eine Aufwärtstrend, wenn der Dax es über 5.300 Punkte schafft. Denn, so der Experte gegenüber dem Handelsblatt weiter:

Erholungen sind nur kurze Gegenbewegungen innerhalb eines intakten Abwärtstrends.

Erst, wenn der Dax die magische Marke überschreitet, gilt wohl wieder die altbewährte Charttechniker-Regel “The trend is your friend”. Schaut man sich allerdings die Entwicklung seit Beginn des Jahres an, so stehen die Zeichen für eine Kehrtwende schlecht. Die Erklärung:

In diesem Bereich verläuft die “Nackenlinie”, also die Verbindungslinie zwischen den Hochpunkten seit dem vergangenen Herbst, die für eine Trendwende signifikant überschritten werden sollte. Je öfter ein Index an solchen Marken scheitert, desto mehr gewinnen diese als Widerstand an Kraft. Allein schon deshalb, weil sich immer mehr Anleger an ihnen orientieren. Die Prognose erfüllt sich also selbst.

Das Einmaleins der Charttechnik gibt einen guten Einblick in die Logik der technischen Chartanlayse.

Noch im Dezember 2007 sprachen Chartexperten im Handelsblatt davon, dass der Dax seine 8.000 Punkte halten wird. Ein Jahr später sagten die technischen Analysten dann fallende Kurse für das Jahr 2008 - und sie behielten recht. Längst aber hätten sie keine Prognose gewagt, nach der der wichtigste deutsche Aktienindex sich halbieren wird!

Schlecht Wetter: Trübe Aussichten für die Europäische Wirtschaft

Mittwoch, den 21. Januar 2009

Die Financial Times hat eine interaktive Karte zur Entwicklung der europäischen Wirtschaft veröffentlicht. Es überrascht wenig, dass die winterliche Lage in Europa weiter fröstelt. So schreibt die Zeitung:

 (…) The biting winds caused by financial market storms lead to deep and protracted recessions, but regional variations are still distinguishable.

Das “Wirtschaftswetter” im Euro-Raum hat sich seit Oktober weiterhin extrem verschlechtert. Vor allem der Zusammenfall der Investmentbank Lehman Brothers, der sich zu diesem Zeitpunkt gerade anbahnte, hatte zerstörerischen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

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Gewinne eine Reise zum AktienCamp nach Berlin am 28. Februar 2009

Dienstag, den 20. Januar 2009

Ab sofort gibt es auf Stockflock ein Gewinnspiel: Ihr könnt ein fantastisches Wochenende in Berlin verbringen! Die Börse München und Sixt bringt Dich für das Wochenende vom 27. Februar bis zum 1. März 2009 zum AktienCamp nach Berlin. Du reist mit dem Sixt Mietwagen an und verbringst zwei Nächte im Dorinth Hotel am Gendarmenmarkt mitten in Berlin - dein Besuch beim AktienCamp am Samstag, den 28. Februar 2009, ist natürlich auch inklusive ;-)

Um zu gewinnen, veröffentliche einfach deinen Top-Aktien-Tipp auf www.stockflock.de. Wähle deine Aktie und gib eine Prognose für deren Kursentwicklung innerhalb eines Monats ab. Die Börse München und Stockflock wählen unter allen Teilnehmern den treffsichersten Aktien-Tipp aus.

Stockflock misst die Analysegenauigkeit abgegebener Aktien Analysen und trifft eine Vorauswahl von 10 Aktienempfehlungen, die den Kursverlauf am treffsichersten prognostiziert haben. Die Börse München wird die Analysen qualitativ bewerten und den Gewinner selektieren. Die Sieger des AktienCamp Gewinnspiels werden von uns per E-Mail bis 21. Februar 2009 benachrichtigt.

Beweise mit deiner Stockflock-Analyse, dass du die wenigen Aktienperlen kennst. Auf geht’s zum Aktien-Contest!

Anlagestrategie 2009: Breite Streuung und Geduld statt Bauchgefühl

Dienstag, den 6. Januar 2009

“Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.”, um es in Ringelnatz‘ Worten auszudrücken. Der Crash hat nicht nur zu schmerzlichen Verlusten geführt. Vielmehr hat er allen Anlegern eine Lektion erteilt: es gibt bei Geldanlagen keine Sicherheit.

Das wird sich auch im neuen Jahr nicht ändern. Dennoch wollen die Investoren wissen, wie werden sich die Aktienmärkte 2009 entwickeln werden und wo sie am besten ihr Vermögen anlegen sollten.

Ein guter Rat bleibt die alt bewährte Streuung des Kapitals in einfache Direktanlagen. Mit sinnvollen Investitionen können damit in der Regel “durchschnittliche” Renditen eingefahren werden. Andererseits können Anleger auf diese Weise auch viel Geld verlieren, vor allem, wenn sie ihre Strategie häufig ändern.

Ein FAZ-Autor empfiehlt, das neue Jahr mit der Bilanz des Vermögens zu starten, um das Vermögen sinnvoll in Anlagen aufzuteilen. Vermögenspläne sind, darauf legt der Finanzanalytiker Wert, alles andere als Eintagsfliegen. Im Gegenteil, ein Vermögensplan sollte über das ganze Jahr hinweg durchgezogen werden - unabhängig von den aktuellen (Schreckens)Nachrichten.

Der kluge Anleger legt unabhängig von der Wetterlage fest, wie viel Geld in die einzelnen Töpfe fließt. Und er bleibt diesem Plan treu.

Bankberater leisten keine gute Beratung, da sie sich häufig wenig Zeit für die Anleger nehmen und zu oberfächlich zu den möglichen Kapitalanlagen beraten. Natürlich ist bei Verlusten dann der schlechte Banktipp schuld und nicht der Investor. Allerdings akzeptiert der Autor diese Kritik nur teilweise:

(…) Solange die Anleger weder die Karten auf den Tisch legen, weil die Bank nicht alles wissen soll, noch genau sagen können, was sie wollen, wird die Qualität der Beratung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht steigen.

Viele sehen ihr Gehalt, Renten und Konsumkosten nicht als Vermögen an. Entsprechend sind die Entscheidungen, die Anleger ohne diese Posten in der Bilanz treffen, auch nicht unbedingt die richten. Grundlage der Entscheidung sollte also immer die vollständige Vermögensbilanz sein, die einer Unternehmensbilanz ähnelt. Sie bietet dem Anleger Planungssicherheit und die Möglichkeit, Schieflagen frühzeitig zu erkennen, so auch die Berater von PwC.

Eine Vermögensbilanz von Privatleuten sollte folgende Punkte enthalten: alle Anlagen und Kredite.Hierzu zählen somit: Aktien, Anleihen, Immobilien, Darlehen und auch Einkommen, Rentenansprüche und Lebenshaltungskosten.

Auf ihrer Aktivseite finden sich die Vermögensgegenstände mit ihren Verkehrswerten (alternativ mit ihren Anschaffungskosten) wieder. Auf der Passivseite sind Belastungen wie Grundschulden und Darlehen zu finden.

Auf der Aktivseite stehen dabei die Verkehrswerte, auf der Passivseite müssen Belastungen wie Schulden und Kredite aufgelistet werden. Ein Beispiel:

private-vermogensbilanz-beispiel.png

Auf dieser Basis wird das Vermögen dann diversifiziert angelegt. Wann, ist im Endeffekt egal. Den optimale Zeitpunkt können wir nicht bestimmen.

Grundlage sollten laut Finanzanalytiker Rentenansprüche und Anleihen bilden. Dazu sollte in Sparbriefe oder verzinsliche Wertpapiere investiert werden. Sparbriefe haben zwar keine Kursschwankungen, können aber auch nur bei Fälligkeit verkauft werden. Obligationen verhalten sich genau umgekehrt.

In vielen Fällen wird bereits über das eigene Haus in Immobilien investiert. Diejenigen, die im letzten Jahr große Verluste an der Börse gemacht haben, werden zögern, in Aktien zu investieren. Ähnlich beim Rohstoff Gold, auf den sich alle in der Krise stürzten: der aktuell stark ansteigende Preis lässt erwarten, dass sich der Kurs bald wieder im Sinkflug befindet. Der Reutlinger Analytiker rät Privatanlegern, sich nicht auf ihr Bauchgefühl zu verlassen:

Gefühle sind in stürmischen Zeiten freilich schlechte Ratgeber. Besser sind Strategie und Disziplin. Was gestern richtig war, wird über Nacht nicht falsch. Daher ist die Beharrlichkeit, das Ziel trotz der rauhen See nicht aus den Augen zu verlieren, vielleicht der größte Schatz.