“Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.”, um es in Ringelnatz‘ Worten auszudrücken. Der Crash hat nicht nur zu schmerzlichen Verlusten geführt. Vielmehr hat er allen Anlegern eine Lektion erteilt: es gibt bei Geldanlagen keine Sicherheit.
Das wird sich auch im neuen Jahr nicht ändern. Dennoch wollen die Investoren wissen, wie werden sich die Aktienmärkte 2009 entwickeln werden und wo sie am besten ihr Vermögen anlegen sollten.
Ein guter Rat bleibt die alt bewährte Streuung des Kapitals in einfache Direktanlagen. Mit sinnvollen Investitionen können damit in der Regel “durchschnittliche” Renditen eingefahren werden. Andererseits können Anleger auf diese Weise auch viel Geld verlieren, vor allem, wenn sie ihre Strategie häufig ändern.
Ein FAZ-Autor empfiehlt, das neue Jahr mit der Bilanz des Vermögens zu starten, um das Vermögen sinnvoll in Anlagen aufzuteilen. Vermögenspläne sind, darauf legt der Finanzanalytiker Wert, alles andere als Eintagsfliegen. Im Gegenteil, ein Vermögensplan sollte über das ganze Jahr hinweg durchgezogen werden - unabhängig von den aktuellen (Schreckens)Nachrichten.
Der kluge Anleger legt unabhängig von der Wetterlage fest, wie viel Geld in die einzelnen Töpfe fließt. Und er bleibt diesem Plan treu.
Bankberater leisten keine gute Beratung, da sie sich häufig wenig Zeit für die Anleger nehmen und zu oberfächlich zu den möglichen Kapitalanlagen beraten. Natürlich ist bei Verlusten dann der schlechte Banktipp schuld und nicht der Investor. Allerdings akzeptiert der Autor diese Kritik nur teilweise:
(…) Solange die Anleger weder die Karten auf den Tisch legen, weil die Bank nicht alles wissen soll, noch genau sagen können, was sie wollen, wird die Qualität der Beratung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht steigen.
Viele sehen ihr Gehalt, Renten und Konsumkosten nicht als Vermögen an. Entsprechend sind die Entscheidungen, die Anleger ohne diese Posten in der Bilanz treffen, auch nicht unbedingt die richten. Grundlage der Entscheidung sollte also immer die vollständige Vermögensbilanz sein, die einer Unternehmensbilanz ähnelt. Sie bietet dem Anleger Planungssicherheit und die Möglichkeit, Schieflagen frühzeitig zu erkennen, so auch die Berater von PwC.
Eine Vermögensbilanz von Privatleuten sollte folgende Punkte enthalten: alle Anlagen und Kredite.Hierzu zählen somit: Aktien, Anleihen, Immobilien, Darlehen und auch Einkommen, Rentenansprüche und Lebenshaltungskosten.
Auf ihrer Aktivseite finden sich die Vermögensgegenstände mit ihren Verkehrswerten (alternativ mit ihren Anschaffungskosten) wieder. Auf der Passivseite sind Belastungen wie Grundschulden und Darlehen zu finden.
Auf der Aktivseite stehen dabei die Verkehrswerte, auf der Passivseite müssen Belastungen wie Schulden und Kredite aufgelistet werden. Ein Beispiel:

Auf dieser Basis wird das Vermögen dann diversifiziert angelegt. Wann, ist im Endeffekt egal. Den optimale Zeitpunkt können wir nicht bestimmen.
Grundlage sollten laut Finanzanalytiker Rentenansprüche und Anleihen bilden. Dazu sollte in Sparbriefe oder verzinsliche Wertpapiere investiert werden. Sparbriefe haben zwar keine Kursschwankungen, können aber auch nur bei Fälligkeit verkauft werden. Obligationen verhalten sich genau umgekehrt.
In vielen Fällen wird bereits über das eigene Haus in Immobilien investiert. Diejenigen, die im letzten Jahr große Verluste an der Börse gemacht haben, werden zögern, in Aktien zu investieren. Ähnlich beim Rohstoff Gold, auf den sich alle in der Krise stürzten: der aktuell stark ansteigende Preis lässt erwarten, dass sich der Kurs bald wieder im Sinkflug befindet. Der Reutlinger Analytiker rät Privatanlegern, sich nicht auf ihr Bauchgefühl zu verlassen:
Gefühle sind in stürmischen Zeiten freilich schlechte Ratgeber. Besser sind Strategie und Disziplin. Was gestern richtig war, wird über Nacht nicht falsch. Daher ist die Beharrlichkeit, das Ziel trotz der rauhen See nicht aus den Augen zu verlieren, vielleicht der größte Schatz.