“Das Geld ist nicht weg, mein Freund. Es hat nur ein anderer.”

4. August 2008 von Anna Friedrich

In Deutschland haben die Dax-Konzerne im Zuge der Finanzkrise 250 Milliarden Euro an Wert verloren. Sie hätten sich “in Luft aufgelöst” wie die Süddeutsche schreibt. Wirklich weg ist das Geld allerdings nicht.

Weltweit hat die US-Hypothekenkrise zu Milliardenschäden geführt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass sich die Abschreibungen der Finanzinstitutionen auf rund eine Billion Dollar (635 Mrd. Euro) erhöhen werden.

Der bekannte Wirtschaftsexperte und Professor Nouriel Roubini warnt davor, dass Pleitewellen von hunderten von Banken folgen werden. Leidtragend sind die US-Steuerzahler - laut Roubini müssen sie mindestens 1 Billion Dollar an die Kreditinstitute zurückzahlen.

Doch zu Unrecht betrachten wir “nur” den Absturz der Werte und damit die schlechten Zeiten. Die Milliardenverluste der Banken und Aktionäre sind nämlich die eine Seite der Medaille. Es gibt sie, die stillen Gewinner auf der anderen Seite. Sie haben sich an der Krise eine goldene Nase verdient. Was J.M. de Rothschild bereits treffend formuliert hat, sollten wir nicht vergessen: “Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund. Es hat nur ein anderer.” Ein Autor der Süddeutschen erklärt:

Viel Geld ist einfach umverteilt worden zwischen Banken aller Art, reichen Privatleuten und mächtigen Hedgefonds, zwischen Menschen, die Häuser zu überhöhten Preisen gekauft haben, und anderen, die sie zu überhöhten Preisen verkauft haben. Mit Wetten auf einen Absturz des Immobilienmarktes haben gerissene Hedgefondsmanager Milliarden verdient.

So hat auch der Hedgefondsmanager John Paulson die Finanzkrise kommen sehen und wurde mit seinen Wetten auf Immobilienkredite zu den erfolgreichsten Spekulanten aller Zeiten. Er verdiente im vergangenen Jahr die unvorstellbare Summe von 3,7 Milliarden Dollar. Sicherlich steckten seine Kunden noch größere Gewinne ein, als er selbst.

Aber genau das ist es, was unsere Marktwirtschaft möglich macht. Historiker Fritz Stern spricht im Manager-Magazin von “fehlende(n) Regelungen und beinahe schon verbrecherische(n) Finanzspekulationen” und fordert eine “Zivilsierung des Kapitalismus”. In diesem Zusammenhang stellt er auch die Frage, ob die überhöhten Managergehälter nicht gegen den sozialen Anstand einer Gesellschaft verstoßen.

Sicherlich stimmen ihm viele Aktionäre zustimmen - vor allem diejenigen, die aufgrund der Krise herbe Verluste hinnehmen mussten. Ihre Verunsicherung, aber auch Verärgerung ist es, die zu den sehr viel niedrigeren Aktionärszahlen im ersten Halbjahr 2008 geführt hat, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) berichtet. Demnach besaßen nur noch 3,5 Mio. Anleger und damit 5,4 Prozent der deutschen Bevölkerung Aktien. Dies sind 13,1 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

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Eine Reaktion zu ““Das Geld ist nicht weg, mein Freund. Es hat nur ein anderer.””

  1. SOK-Portal

    Bankenpleite Wie sicher fühlt ihr euch??…

    also nicht jeder ist ein Banker und kann die Sache nachvollziehen….

    der Irak Krieg ist bestimmt nicht allein die Ursache. aber der Westen, vielmehr voran die Regierung Bush die nunmal verblendet is……

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