Alles nur Schwarzmalerei? Deutsche Geldinstitute sind positiv gestimmt

1. Juli 2008 von Anna Friedrich

Im kürzlich veröffentlichten Bankenbarometer befragte ein Meinungsforschungsinstitut im Auftrag von Ernst & Young rund 120 Geldinstitute in Deutschland. Das Ergebnis ist überraschend: trotz der Finanzkrise, unter der einige deutsche Banken leiden, ist die Stimmung unter den Bankern insgesamt gut.
Ein Großteil der Befragten ist der Meinung, dass die Kapitalmarktkrise keine großartigen Auswirkungen auf ihr Institut hat. Einzige Ausnahme: bei der Kreditvergabe ist offenbar mehr Vorsicht angesagt. 95 Prozent der Banken sagen, dass ihr Geschäft gut gelaufen ist. 20 Prozent halten die Entwicklung ihres Geschäfts sogar für sehr positiv. Head of Assurance Banking von Ernst & Young, Dirk Müller-Tronnier, kommentiert die Ergebnisse so:

Die operative Kraft der Banken scheint zumindest aktuell von der Finanzkrise wenig beeinflusst. Dennoch wird die Finanzmarktkrise zumindest bei denjenigen Banken, die in betroffene Finanzmarktinstrumente investiert haben, durch die entstandene Eigenkapitalbelastung auch Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit haben.

Ebenfalls ergab die Studie, dass 91 Prozent der Banken auch zukünftig mit einer positiven Entwicklung des operativen Geschäfts rechnen. Darüber hinaus sollte die gute Stimmung auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben: 88 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter unverändert bleibt. 34 Prozent rechnen sogar mit zusätzlichen Arbeitsplätzen, 12 Prozent wollen weniger Beschäftigte.

Deutlich wird jedoch, dass der Bankensektor aus der Finanzkrise seine Lehren gezogen hat. So legen Banken beim Vergeben von Krediten sehr viel mehr Vorsicht an den Tag. Lediglich sechs Prozent erwarten zukünftig eine großzügigere Kreditvergabe.

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